Rettung bedrohter Haustierrassen

Noch bis zum 21. Oktober sorgen ehrenamtliche Teilnehmer im Tierpark Arche Warder dafür, dass gefährdete Tierarten auf einer über 40 Hektar großen Fläche einen Platz zum Leben haben. FOTO: BERGWALDPROJEKT E.V.

Warder. Seltene Haus- und Nutztierrassen vor dem Aussterben bewahren: dafür arbeitet die Arche Warder.

Seit vergangenem Sonntag läuft das sogenannte Bergwaldprojekt e.V. erneut auf dem Gelände von Europas größtem Tierpark für bedrohte Haustierrassen.

Noch bis zum 21. Oktober sorgen über 20 ehrenamtliche Teilnehmer aus ganz Deutschland dafür, die ökologische Situation am Standort zu verbessern. Auf etwa 40 Hektar Fläche bietet das unter anderem von Greenpeace unterstützte Projekt alten Arten einen Platz zum (Über-)Leben. Insgesamt haben rund 1.200 Tiere aus über 80 verschiedenen Rassen hier ihr Zuhause. Auch über die Projektewoche hinaus sollen sich die Teilnehmer für eine nachhaltige Lebensweise sensibilisieren.

Das Angler-Sattelschwein, das Telemark-Rind oder Lockengänse sind keine Tiere, die heute noch überall in Deutschland anzutreffen sind. Unter der Anleitung von Lars Asmussen und Holger Gemmerl vom Bergwaldprojekt e.V. und Stefanie Klingel von der Arche Warder verbessern die Freiwilligen die Lebensbedingungen der Arten und erhöhen die Vielfalt auf dem Gelände. Der standortfremde und invasive Baum Spätblühende Traubenkirsche beispielsweise wird entfernt, um dort heimischen Arten Platz zu machen. „Außerdem pflanzen wir für jeden neuen Zustifter einen ansässigen Baum“, erklärt Melanie Stöhr, Geschäftsführerin und Vorstand der Umweltstiftung Greenpeace. „Wir bedanken uns so für das Engagement und schaffen zusätzlichen neuen Lebensraum.“ Die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ist ein wichtiges Anliegen der Woche. „Die Teilnehmer erleben die Gefährdung der Biodiversität, die bei uns exemplarisch an Haus- und Nutztieren gezeigt wird, hautnah und arbeiten aktiv in unserem Projekt mit“, so Stefanie Klingel von der Arche Warder. Lars Asmussen vom Bergwaldprojekt e.V. fügt hinzu: „Indem sich die Ehrenamtlichen aktiv für ihre Umgebung engagieren, entwickeln sie oftmals auch neue Beziehungen zur Natur. Sie tragen damit zum dringend notwendigen gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen Entwicklung bei.“

Das Bergwaldprojekt mit Sitz in Würzburg bringt mit seinen Einsatzwochen allein in Deutschland jedes Jahr über 2.000 Menschen in die Natur. Die Teilnahme ist für Erwachsene kostenlos. 2017 finden 100 Projektwochen an 51 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland statt. Der Verein finanziert sich aus Spenden. Anmeldung zu den Projektwochen unter: www.bergwaldprojekt.de