Preetzer Igel in die Freiheit entlassen

Lira (v.re.), Marleen, Johann und Liv vom Preetzer Waldkindergartens „Die Wühlmäuse“ testen die pieksigen Stacheln des Igels, den Wiebke Bahruth mitgebracht hat. FOTO: HOP

Preetz. Dem Preetzer Wildtierheim ist es erstmals gelungen, alle Igel über den Winter zu bringen. Einer der stacheligen Gäste wurde nun bei den kleinen „Marienkäfern“ in Preetz-Appelwarder in die Freiheit entlassen.

„Schneckenalarm, Schneckenalarm!“, rufen die Lütten begeistert und sammeln auf ihrer Wiese vor dem Bauwagen Nackt- und Gehäuseschnecken in sämtlichen Größen. Natürlich wissen die Zwei- bis Vierjährigen, das Schnecken zu der Lieblingsspeise der Igel gehören, denn die Erzieherinnen Kerstin Stienert und Anke Jokel des Waldkindergartens „Die Wühlmäuse“ behandeln das Thema ganzjährig. „Bereits im Herbst haben wir das Wildtierheim besucht und eine Patenschaft für einen der Igel übernommen“, erzählt Kerstin Stienert. Durch Igelpatenschaften finanziert das Wildtierheim die Futterkosten, da die meisten Igel dort nicht in den Winterschlaf gehen. Vor allem Würmer und Pilze hätten den Igeln stets zugesetzt, so Wiebke Bahruth vom Wildtierheim. „In diesem Jahr haben wir mit einer effektiven Wurmbehandlung und Bädern gegen Pilzbefall alle erfolgreich durch den Winter bekommen.“ Anfang April wurden alle 18 Igel in das neugebaute Außengehege gesetzt und nach und nach ausgewildert. Durch die gute Pflege der vielen ehrenamtlichen Helfer haben die Braunbrustigel gut an Gewicht zugelegt, auch der Igel, den Wiebke Bahruth in einem Tragekorb mitgebracht hat, wiegt gut ein Kilo. „Haben Igel Schwänze?“, will der vierjährige Johann wissen, als Bahruth das Tier mit dicken Handschuhen hochhält. „Das weiß ich gar nicht“, sagt sie lachend und guckt mit den Kindern gleich mal nach: „Der hat ja wirklich einen kleinen Schwanz – aber ohne Stacheln!“ Und die piksen wirklich ganz schön, stellen Liv (2), Johann und Lira (3) fest, als sie ihn „streicheln“. Dann suchen alle nach einem tollen Igelauswilderungsplatz. „Igel schlafen tagsüber und fressen nachts“, erklärt Bahruth, „der wird sich jetzt ganz schnell ein Versteck suchen.“ Gesagt, getan. Dass ein Igel so schnell sein kann! Er rennt den Hang hinauf, schnüffelt, umrundet einen Baum, verliert das Geleichgewicht und purzelt durch die Blätter den Hang wieder hinab. Dann verschwindet er im nächsten Knick. „Auf Wiedersehen! Komm bald wieder!“, ruft Toni (4) und die dreijährige Louisa verpasst ihm zum Abschied gleich noch einen Namen. „Der heißt jetzt Purzelchen.“