Pflegekonzept für den Hbf – Arbeitsgruppe legt Konzept für Sauberkeit und Sicherheit am Kieler Bahnhof vor

Um die Verhältnisse am und im Bahnhof weiter nachhaltig zu verbessern, sieht das Konzept unter anderem eine umfassende Zusammenarbeit zahlreicher Akteure aus dem Bahnhofsumfeld vor. Foto: Jan Köster

Kiel. Der Hauptbahnhof soll eine Visitenkarte Kiels sein. Doch Kieler und Gäste klagen immer wieder über fehlende Sauberkeit, über Angsträume und Belästigungen. Öffentliches Urinieren, Konflikte mit oder unter Taxifahrern, fehlende Abstellmöglichkeiten für Fahrräder oder Ärger über lange vor sich hin rostende „Schrotträder“ sind immer wieder Thema. Eine von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer gebildete Arbeitsgruppe aus Bahn, Polizei und verschiedenen städtischen Ämtern hat jetzt ein Konzept für die Verbesserung der Zustände im Bahnhofsumfeld vorgelegt. Anders als frühere Ansätze sollen die vorgesehenen Maßnahmen langfristig und nachhaltig wirken. Am Donnerstag, 19. April, wird die Kieler Ratsversammlung über das Konzept diskutieren.

Flächen und Fassaden vor und am Bahnhof sollen laut dem Konzept noch häufiger und gründlicher als bisher gereinigt werden. Für besonders schwere oder gefährliche Verschmutzungen soll ein kurzfristig rufbares Reinigungsteam eingerichtet werden. Bis die öffentlichen Toiletten im neuen ZOB fertig sind, sieht das Konzept die Aufstellung eines kostenlosen Pissoirs vor.

Um Angsträume zu vermeiden, schlägt das Konzept zusätzliche, gemeinsame Sreifen von Landes- und Bundespolizei vor. Bereits jetzt laufen Polizisten, auch in Zivil, Streife auf dem Bahnhofplatz. Landes- und Bundespolizei arbeiten teilweise bereits zusammen. Ein zusätzlicher kommunaler Ordnungsdienst soll aufgebaut werden, der sich verstärkt um den Bahnhofsbereich kümmert. In Bahnhofsnähe soll eine niedrigschwellige Anlaufstelle für Menschen entstehen, die sich teilweise den ganzen Tag über am Bahnhof aufhalten.

Schrotträder sollen schneller verschwinden, so das Konzept. Rund um den Hauptbahnhof und am Sophienhof gammeln nicht wieder abgeholte Fahrräder vor sich hin. 80 weitere „Kieler Bügel“ sollen zusätzliche Fahrradstellplätze schaffen. Die Parkzeit für Fahrräder soll auf eine Woche begrenzt werden, Schilder sollen darauf hinweisen. Mehrmals jährlich soll es Aufräumaktionen an den Fahrradbügeln geben.

Auch das Verhalten von Taxifahrern im Bereich Hauptbahnhof sorgt immer wieder für Kritik. Ein runder Tisch mit Vertretern von Stadt und Taxiunternehmen soll Besserung bringen. Ein breit aufgestellter Bahnhofsbeirat soll die Interessen zahlreicher Beteiligter bündeln und abstimmen.

Darüber hinaus sieht das Konzept eine Befragung von Bahnhofsnutzern vor, um weitere Anregungen zu sammeln. kst