Pflaster und Asphalt wachsen – Zum Herbst sind Rathausstraße und Martensdamm in Kiel wieder befahrbar

Auch der Martensdamm am Kleinen Kiel bekommt eine neue Asphaltdecke. Zum Weihnachtsgeschäft sollen dort und auf dem unteren Ende der Rathausstraße auch wieder Busse der Linie 11 fahren. Foto: Jan Köster

Kiel. Es geht voran in der Kieler Innenstadt: Trotz einiger Überraschungen im Boden liegen die Arbeiten für den Kleinen Kiel-Kanal und die angrenzenden Bereiche nahezu im Zeitplan. Ab etwa Ende Oktober werden Busse der Linie 11 die neuen Haltestellen in der Rathausstraße nutzen und wieder durch Rathausstraße und Martensdamm um den Kleinen Kiel herumfahren. Wenn alles klappt wie geplant, wird dort ab dem heutigen Mittwoch die Asphaltdecke aufgetragen. Im Bereich entlang der Rathausstraße hatte der unerwartet weiche Boden zunächst eine Verzögerung verursacht: Eine standardmäßig gebaute Straße hätte dort nach Auskunft von Bauleiter Jens Neunert vom Kieler Tiefbauamt möglicherweise bald Risse bekommen, wenn sich der Untergrund noch ein wenig gesetzt hätte. Darum entschieden sich die Fachleute für einen Unterbau aus mehreren Schichten Schotter mit Bewehrung und einem vierschichtigen Asphaltaufbau, dessen oberste Schicht durch spezielle Zusätze besonders temperaturbeständig ist und leichte Bewegungen aushält, ohne zu reißen. „An der Gablenzbrücke hat sich dieser Asphalt schon bewährt“, sagt Jens Neunert.

Gut zu erkennen ist bereits, dass die Straße um den Kleinen Kiel herum deutlich schmaler geworden ist – statt vorher teilweise vierspurig ist sie jetzt durchgehend zweispurig. Die Willestraße wurde mit Kopfsteinpflaster einige Meter verlängert, um den Anschluss an die schmaler gewordene Straße zu behalten. Die Parkstreifen entlang der Rathausstraße gibt es nicht mehr – auch damit der Busverkehr in der Straße nicht durch ein- und ausparkende Autos gebremst wird. Dafür sind die gepflasterten Flächen vor dem Gebäude der Deutschen Bank deutlich größer geworden. Eine Besonderheit sind dort und im Bereich der Bushaltestellen die besonders glatten, rollatorfreundlichen Wege-Bereiche: Für diese Flächen hat das Kieler Bauamt von den Steinen des alten Pflasters jeweils eine Scheibe absägen lassen, um beim Neuverlegen eine glatte Oberfläche erzeugen zu können. Durch Flämmen der Oberflächen wurden die Steine wieder rauer und trittsicherer. Die Fugen werden noch mit einem speziellen wasserdurchlässigen Kunststoff aufgefüllt.

Auch an den Becken des Kleinen Kiel-Kanals kommen die Arbeiten fast wie geplant voran. Wegen der alten Fundamente am Ahlmannhaus muss der Kanal in diesem Bereich etwa um die Hälfte schmaler werden. Die Planungen und Vorbereitungen dafür laufen. Im künftigen Südbecken des Kanals ist inzwischen die Entwässerungsanlage zur Absenkung des Grundwasserspiegels eingegraben. Diese Drainage macht die späteren Grabungen für den Kleinen Kiel-Kanal erst möglich, ohne dass die Arbeiter dafür Taucheranzüge tragen müssten. Auch dieses Entwässerungssystem ist eine Besonderheit, wie Jens Neunert erklärt. Ein herkömmliches System könnte verursachen, dass die von Wasser umgebenen, rund 100 Jahre alten Holzpfähle, auf denen die umliegenden Gebäude stehen, trocken fallen und dadurch plötzlich anfangen zu schimmeln. Das eingesetzte System legt die Baustelle trocken und lässt die alten Pfähle unter Wasser. kst