Patient Wald geht’s besser

: Die mittlere Kronenverlichtung ist der Indikator für den Gesundheitszustand der Bäume: 2004 verloren noch fast ein Viertel der Bäume Nadeln und Blätter (24 Prozent), im vergangenen Jahr nur noch 16 Prozent. Foto: Pixabay

 

Waldzustandsbericht 2017: Gesundheit der Wälder in Schleswig-Holstein ist stabil

Kiel. Schleswig-Holsteins Wälder sind weiter in einem stabilen Zustand. Das zeigt der aktuelle Waldzustandsbericht. „Der Bericht ist wie eine Anamnese unseres Waldes“, sagte Umweltminister Robert Habeck. „Er zeigt, wie es den Bäumen geht. Das ist gerade in Schleswig-Holstein als waldarmes Land besonders wichtig. Schließlich haben unsere Wälder sowohl ökonomische als auch ökologische und soziale Funktionen.“ Ziel der Landesregierung sei es daher, den Wald in seiner Vielfalt zu erhalten, ihn robuster gegen klimatische Veränderungen zu machen und durch abgestimmte forstliche Maßnahmen naturnah und nachhaltig zu bewirtschaften. Zudem solle der Waldanteil langfristig auf zwölf Prozent der Landesfläche gesteigert werden, so der Minister.

Einen entscheidenden Einfluss auf den Zustand der Wälder im Land wird künftig vor allem das Klima haben: „Es deutet sich gegenwärtig zwar eine Stabilisierung der Kronenschäden an, aber das Risiko von Witterungsextremen nimmt mit der Klimaerwärmung weiter zu. Daher wird die richtige Baumartenwahl, die Suche nach geeigneten Standorten, der Aufbau von vitalen, stressresistenten Wäldern sowie die Pflege der bereits vorhandenen Waldbestände immer wichtiger für die schleswig-holsteinische Forstwirtschaft und stellt eine große Herausforderung dar“, sagte Habeck.

Wie es den Wäldern geht, zeigt sich im Wesentlichen an der sogenannten mittleren Kronenverlichtung – dem Indikator für den Gesundheitszustand der Bäume. Verloren die Bäume im Jahr 2004 im Schnitt noch fast ein Viertel der Nadeln und Blätter (24 Prozent), waren es im vergangenen Jahr nur 16 Prozent. Dieser Wert ist den Angaben zufolge bereits seit 2012 konstant.

Deutlich erhöht hat sich dem Bericht zufolge der Wert bei Buchen und Eichen. Bei älteren Buchen lag er bei 24 Prozent, der Höchstwert wurde zuletzt 2004 mit 38 Prozent ermittelt. Bei älteren Eichen lag der Wert in diesem Jahr bei 23 Prozent.

Auch für die einzelnen Baumartengruppen waren keine nennenswerten Änderungen gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Laut Umweltministerium waren die Witterungsbedingungen in diesem Jahr für das Wachstum und die Laubentwicklung der Waldbäume günstig und Schäden durch Insekten und Pilze sind – mit Ausnahme des Eschentriebsterbens – nur im geringen Umfang aufgetreten. Auch der Anteil starker Schäden blieb stabil, die Absterberate war 2016 unterdurchschnittlich.

Jeder vierte Baum im Norden ist laut Stichproben eine Buche. Ebenfalls hoch ist der Anteil an Fichten (17 Prozent), Eichen (14) und Kiefern (6). Die anderen Laub- und Nadelbäume in Schleswig-Holstein haben zusammen einen Anteil von 39 Prozent.

Weitere Informationen und der Waldzustandsbericht 2017 gibt es im Internet unter www.schleswig-holstein.de/Waldzustandsbericht2017