Pastorin Almut Witt wird Pröpstin in Kiel – Erste Frau in diesem Amt in der Chefetage des Kirchenkreises Altholstein

Bischof Gothart Magaard (links) und Synodenpräses Michael Rapp gratulieren der neugewählten Pröpstin Almut Witt.

Kiel. Erstmals besetzt im Kirchenkreis Altholstein ein Frau die Leitungsposition in der Probstei Nord des Kirchenkreises Altholstein: Almut Witt wurde vor wenigen Tagen in das Amt der Pröpstin der Probstei Nord mit Sitz in Kiel gewählt. Diese Probstei ist die größte der drei Probsteien, aus denen der Kirchenkreis Altholstein besteht. Sie umfasst dessen nördlichen Teil und damit 20 Kirchengemeinden in Kiel und im Kieler Umland. Als Pröpstin ist die 54-jährige Pastorin aus der Kirchengemeinde Borby-Land jetzt zuständig für rund 95.000 Kirchenmitglieder und Chefin von 50 Pastoren. Bei der Wahl der Synode des Kirchenkreises in der Kieler Sankt-Nikolai-Kirche erhielt Almut Witt im dritten Wahlgang die absolute Mehrheit mit 56 Stimmen. Ihre zehnjährige Amtsperiode als Pröpstin tritt sie zum 1. September an. Sie wird die Nachfolgerin von Thomas Lienau-Becker, der als AIDS-Seelsorger nach Hamburg wechseln möchte.

„Ich kann es noch gar nicht richtig fassen“, freute sich Witt nach ihrer Wahl über das eindeutige Ergebnis. „Den Ausschlag für meine Person könnte gegeben haben, dass ich in einer guten Mischung mit Kiel vertraut bin, aber trotzdem von außen komme“, sagte sie. Auch habe sie bei den Mitgliedern der Synode den Wunsch verspürt, eine Frau in dieses Amt zu wählen. In Zukunft leitet sie gemeinsam mit den Propstkollegen Stefan Block (Neumünster) und Kurt Riecke (Bad Bramstedt) den Kirchenkreis Altholstein.

Almut Witt ist in Kiel geboren und aufgewachsen. Sie hat in Kiel und Tübingen studiert. Nach dem Theologischen Staatsexamen und dem Vikariat im Kieler Stadtteil Projensdorf wechselte sie vor 24 Jahren auf die Pastorenstelle Borby-Land. Im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde nahm sie in den vergangenen zwei Jahren darüber hinaus die Stellvertretung eines Propstes wahr.

„Wir dürfen uns nicht vom Rückgang der Mitglieder- und Pastorenzahlen in den kommenden Jahren überrennen lassen“, sagte die künftigen Pröpstin nach ihrer Wahl. Für die Kirchengemeinden der Stadt gelte es vielmehr, ihr jeweiliges Profil zu entdecken, und zwar nicht in Konkurrenz, sondern in der Vielfalt untereinander. „Es geht nicht zuletzt darum, Dinge zu lassen, die nicht mehr notwendig von uns getan werden müssen. Dadurch schaffen wir Raum und Kraft, Kirche zu gestalten mit dem, was uns wirklich ausmacht: Das Evangelium auch morgen noch zu verkünden.“ Deshalb wolle sie Veränderungen mutig angehen und einen Rahmen schaffen, der gerade auch Ehrenamtliche zu diesen Schritten ermutigt und befähigt.