Ortsbeirat Ravensberg II

Die Mitglieder des Ortsbeirats Ravensberg/Brunswik möchten zur Ehrung der Lebensleistung Gottfried Kuhnts die Freifläche Ecke Forstweg/Düppelstraße nach dem ehemaligen Oberlandesgerichts-Präsidenten und ersten Justizminister des Landes Schleswig-Holstein benennen. Foto kae

Die Lebensleistung des ehemaligen Oberlandesgerichts-Präsidenten und ersten Justizminister des Landes Schleswig-Holstein Gottried Kuhnt verdient eine Würdigung, finden die Mitglieder der CDU im Ortsbeirat Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook. Deshalb wollen sie zu Ehren des Gegners des Nationalsozialismus und lebenslangen Förderers von Demokratie und Rechtsstaat, die dreieckige Freifläche Ecke Forstweg und Düppelstraße nach Gottfried Kuhnt benennen.

Eine Würdigung der Lebensleistung Gottfried Kuhnts ist schon lange überfällig, erklären die CDU-Ortsbeiratsmitglieder in ihrem Antrag. „Sein Wirken hätte bereits früher eine entsprechende Anerkennung verdient“, machte auch Dennis Schneider (CDU) in der jüngsten Sitzung des Stadtteil-Gremiums noch einmal deutlich. Als die Nazis 1933 die Macht in Deutschland übernahmen, war Kuhnt bereits seit sechs Jahren Präsident des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts in Kiel. Während dieser Zeit stellte sich der Angehörige der liberalen DDP, der gleichzeitig auch Mitglied des Republikanischen Clubs war, offen gegen die erstarkenden Nationalsozialisten und jede Form anti-demokratischer und anti-republikanischer Bestrebungen.

Das führte dazu, dass Gottfried Kuhnt 1933 aus allen seinen Ämtern entfernt und in den vorzeitigen Ruhestand geschickt wurde. Nach dem Krieg 1945 stand Kuhnt dann auf Bitten der britischen Besatzungsbehörden für den Aufbau eines demokratischen Justizwesens in Schleswig-Holstein bereit. Er übernahm wiederum das Amt des Präsidenten des neu geschaffenen Oberlandesgerichts und wurde zudem der erste Justizminister des Landes Schleswig-Holstein.

„Eine Ehrung Kuhnts ist auch aus zeitgenössischer Sicht wertvoll. Gerade im Hinblick auf die Geschehnisse in den USA und der Türkei ist ein andauerndes Kämpfen für Demokratie und Rechtsstaat wichtig“, betonte Dennis Schneider. Dem stimmte auch Friedhelm Boyken (SPD) zu und befand des Antrag der CDU-Kollegen „ausdrücklich unterstützenswert“. Ebenso sehen das auch die übrigen Mitglieder des Ortsbeirats Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook und unterstützen den Antrag auf Benennung der kleinen Freifläche Ecke Forstweg und Düppelstraße nach Gottfried Kuhnt voll und ganz.

Die kleine Grünfläche, die meist von parkenden Autos umrahmt wird, eignet sich aus Sicht der CDU-Mitglieder deshalb besonders gut zum Gedenken an Kuhnt, da sie sich in Sichtachse zur ehemaligen Gestapo-Zentrale Kiels befindet. Sollte es zu einer Benennung dieser Fläche nach Gottfried Kuhnt kommen, wünschen sich die Ortsbeirats-Mitglieder auch eine Gestaltung des Platzes, in die Anwohner ebenso einbezogen werden sollen wie potentielle finanzielle Unterstützer. kae