Ökologische Graffitis aus Moos

Gaarden Famoos möchte den Kielern in Workshops beibringen, selbst Moos-Graffitis anzufertigen.

Die grauen und tristen Hauswände in Kiel zu begrünen und die Luft zu säubern, ist das Ziel des Projektes Gaarden FaMoos.

Das Leben in der Stadt hat seine Vor- und Nachteile. Alles ist nah beinander, man kommt schnell von A nach B. Die Enge und das dichte Verkehrsnetz sorgen aber auch für viele graue Hauswände und Abgase. Eine Möglichkeit, um mehr Grün in die Stadt zu bringen und ganz nebenbei auch die Luft zu säubern, bieten Moos-Graffitis.

Zum Team gehören Eva Bengert (v.l.n.r.), Theresa Antonelle Schürheck und Anna Kleiner, Georg Schäfer (nicht abgebildet). FOTOS: HFR

Die Idee, Moos an die Wände Kieler Häuser zu bringen, haben Studierende des Masterstudiengangs „Sustainability, Society and the Environment“ an der CAU Kiel aufgegriffen. Theresa Antonelle Schürheck, Eva Bengert, Georg Schäfer und Anna Kleiner haben das Projekt „Gaarden FaMoos“ gegründet und wollen zunächst in Kooperation mit dem Wirtschaftsbüro Gaarden im Stadtteil Gaarden für grünere Wände sorgen. „Wir möchten den öffentlichen Raum erlebbar machen und die Menschen animieren, den Raum selbst zu gestalten“, so Schürheck. Mit Moos-Graffitis ginge das ganz einfach, denn sie seien nicht nur ökologisch und einfach herzustellen, sondern bringen auch den Kunstaspekt mit sich.

Inspiriert zu dieser Idee hat sie die Londoner Künstlerin Anna Garforth, die mit Moos-Motiven im öffentlichen Raum experimentierte. „Für die Herstellung werden nur natürliche Rohstoffe verwendet“, erklärt Schäfer. Das gut erprobte Rezept der Projektgruppe enthält unter anderem Joghurt, Moossporen, Zucker und etwas Bier. Doch Vorsicht, Moos darf nicht einfach aus der Natur entnommen werden. „Es steht unter Naturschutz, ist aber im Gartencenter erhältlich und lässt sich sehr gut selbst kultivieren“, so Schäfer.

Der natürliche Schadstofffilter

Moos zeichnet sich dadurch aus, dass es keine Wurzeln ausbildet und alle Nährstoffe durch Flüssigkeit direkt über die Oberfläche aufnimmt. Daher nimmt es auch Schadstoffe und vor allem Feinstaub aus seiner Umgebung gut auf. Verbunden mit einer organischen Masse, zum Beispiel aus Joghurt oder Buttermilch können die Sporen von Moos auf allen möglichen Oberflächen aufgetragen werden. Bis es dann aber richtig schön grün ist, brauche es ein paar Wochen Zeit, so Schäfer. Damit das Bild nicht komplett zuwächst, sollte der Künstler es immer wieder pflegen und die Ränder des Motivs nachschneiden, rät Schäfer. Es kommt also eine richtige Verantwortung mit dieser umweltverträglichen Kunstform einher.

Gaarden FaMoos möchte den Kieler Bürgern diese schöne Art der Stadtgestaltung in Workshops näherbringen. „Wir bieten aber auch Auftragsarbeiten an, wenn jemand seine private Hauswand mit Moos-Graffiti verschönern möchte“, so Theresa Schürheck. Geplant seien auch Schablonen herzustellen und zu verkaufen, damit die Bürger selbst aktiv werden können. Für ihre Idee, Moos-Graffitis in Kiel zu etablieren, haben die Studierenden eine Förderung vom yooweedoo-Ideenwettbewerb und dem Verfügungsfond Gaarden erhalten. „Besonders schön wäre es, wenn diese Idee das Interesse der Stadt weckt und diese Flächen für die Be-Moosung zur Verfügung stellt“, so Eva Bengert. Denn im Moment gäbe es keine öffentlichen Flächen, die dafür genutzt werden können.

Gaarden Famoos ist erreichbar unter der E-Mail gaardenfamoos@gmail.com oder auf Facebook www.facebook.com/gaardenfamoos (Saa)