Nordbloc: Work less – Climb more

Viel Platz zum Klettern: Die 2.000 Quadratmeter große Nordbloc-Halle in Kiel bietet eine 1.000 Quadratmeter große Boulderfläche. FOTOS: EA

Kiel. Wer meint, beim Klettern zähle vor allem die Muskelkraft, der hat sich getäuscht. Denn was beim Bouldern zählt, ist auch Kreativität.

„Hinter dem Bouldern steckt immer eine kreative Idee“, so Arne Winkler, Geschäftsführer der Kieler Anlage „Nordbloc“. „Es geht vor allem erst einmal darum, herauszufinden, wie das Bouldern funktioniert. In welcher Reihenfolge man Griffe und Tritte benutzt, wie man sie belasten und wie man den Körper dazu positionieren muss. Das ist das Spannende am Bouldern.“

Bouldern, das ist Klettern in Absprunghöhe: Boulderanlagen haben maximal 4,50 hohe Wände, sodass die Teilnehmer ohne Seilsicherung klettern können. Die Wände sind überall mit maßgeschneiderten Matten unterlegt, damit man – wenn man fällt – sicher fällt. „Das Schöne im Vergleich zum Seilklettern ist, dass man keine Sicherungstechnik erlernen muss“, betont Arne Winkler. Zudem ist auch kein Einsteigskurs nötig, jeder kann einfach vorbeikommen und das Bouldern ausprobieren.

Boulderregeln

Natürlich gibt es auch beim Bouldern einige einfache Grundregeln, die man beachten muss: Dazu gehört zum Beispiel, dass man sich nicht unter anderen Kletteren aufhalten darf, damit man im Falle des Falles nicht von diesem umgeworfen wird. „Alles andere ist tatsächlich relativ harmlos“, so Arne Winkler. Besonders Anfängern wird dazu geraten, die Boulderroute zu beachten und nicht wild nach dem Boulder, also den Griffen und Tritten, zu greifen, der sich in nächster Nähe befindet. Denn die Boulderroute besteht aus Griffen und Tritten einer Farbe. Der Start ist dabei immer mit „Start“-Schildern markiert, das Ende mit einem „Top“-Schild. Die Schwierigkeit eines Boulders erkennt man ganz leicht anhand der Grifffarbe: Alle Routen derselben Farbe haben ungefährt dieselbe Schwierigkeit, das heißt je dunkler die Farbe, desto höher der Schwierigkeitsgrad.

Arne Winkler von Nordbloc

Wer Bedenken hat, nicht über ausreichend Kraft in den Armen zu verfügen, um zu klettern, sollte sich einfach trauen, das Bouldern auszuprobieren. Denn erst bei den höheren Schwierigkeitsgraden kommt die Kraftkomponente dazu: „Die leichtesten Routen sind von der Schwierigkeit so, als würde man eine Leiter hoch klettern, die an die Wand gelehnt ist. Und da kommt ja wirklich jeder hoch“, betont der Geschäftsführer des Nordbloc, der seine Leidenschaft zum Klettern vor rund zwölf Jahren in einer Seilkletteranlage in einem Fitnessstudio entdeckt hat. „Ich habe in meinem Leben schon alle Sportarten ausprobiert. Beim Klettern ist es mir zum ersten Mal passiert, dass ich wirklich Feuer gefangen habe. Dann hab ich relativ schnell auch nichts anderes mehr gemacht“, schwärmt Arne Winkler.

 

Soziale Komponente

 Was ihn an diesem Sport begeistert, ist, dass Bouldern ein sehr sozialer Sport ist. „Auch wenn man sich nicht verabredet, kommt man immer sofort ins Gespräch, wenn man möchte. Das liegt daran, dass es beim Bouldern um dieses Knobeln geht. Kletterer fragen einander zum Beispiel ‚Wie hast du das denn gemacht? Erzähl doch mal‘. Also verbringt man eigentlich die meiste Zeit mit Kommunikation“, so Arne Winkler. Dies unterscheide das Bouldern auch von vielen Fitnessstudios, in denen die Sportler die Kopfhörer aufsetzen, für sich alleine trainieren und nicht mit anderen in Kontakt kommen wollen.

Hinzu kommt die geringe Einstiegshürde, da jeder vorbeikommen und das Bouldern ausprobieren kann. „Man muss nichts mitbringen, nichts können“, so Winkler. Kletterschuhe kann man sich vor Ort ausleihen (Preis: 3,50 Euro), bei der Wahl der Kleidung sollte man darauf achten, sich frei bewegen zu können.

Was viele außerdem am Bouldern schätzen, ist die Unabhängigkeit: Man muss sich nicht fest verabreden, da man keinen Sicherungspartner benötigt. Da viele Berufstätige nicht immer abschätzen können, wann sie Feierabend haben, oder sich nicht an Termine binden wollen, gehen viele nach freier Zeiteinteilung Bouldern: Die 2000 Quadratmeter große Nordbloc-Halle, die 1.000 Quadratmeter Boulderfläche bietet, hat montags bis freitags von 15 bis 23 Uhr geöffnet, selbst am Wochenende können die Kieler von 11 bis 22 Uhr entspannt klettern, ganz nach dem Motto Nordbloc „Work less – Climb more“. (ea)

 

Nordbloc GmbH Grasweg 40,

Kiel

Tel. 0431/70579270

www.nordbloc-kiel.de