Neues Terminal am Ostseekai

Der Blick an der Fassade des jetzigen Ostseekai-Terminals entlang auf den Neubau zeigt, wie das neue Terminal die Formen des alten aufnimmt und mit diesem zu einem Ensemble verschmilzt. VISIALISIERUNGEN: EIN:EINS ARCHITEKTEN

Investitionen in Kapazitätserweiterung und Abfertigungsqualität

Kiel. Schon ab der kommenden Saison sollen Kreuzfahrtschiffe am Kieler Ostseekai vor einem weiteren Terminalgebäude festmachen können. Gebaut wird es sozusagen mal schnell zwischendurch: Kurz vor dem Ende der Saison 2018, im August, sollen die Bauarbeiten am neuen Terminalgebäude beginnen. Im Frühjahr 2019, rechtzeitig zum Beginn der neuen Kreuzfahrersaison, soll das neue Abfertigungsgebäude schon fertig sein. Die Pläne dafür hat die Kieler Seehafengesellschaft gerade auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin vorgestellt. Geplant ist ein zweigeschossiges Terminalgebäude, das nördlich vom jetzigen Ostseekai-Gebäude entstehen wird. Mit einer Fläche von 3700 Quadratmetern ist es kleiner als das schon bestehende Gebäude und bildet mit diesem – über Verbindungen auf beiden Ebenen – ein Ensemble. Die Fassade des Neubaus greift bestehende Formen auf und besticht aufgrund großer Glasflächen durch Transparenz. Baulich spannen beide Gebäude einen V-förmigen Empfangsplatz für eintreffende Passagiere zur Stadt. Von dort gelangen Reisende ins Terminal, Besucher werden über eine Freitreppe zur großzügigen, öffentlich zugängigen Aussichtsterrasse geführt. Dirk Claus, Chef der Seehafen GmbH & Co. KG, verspricht: „Wir öffnen den Hafen noch stärker für die Öffentlichkeit und machen das Geschehen rund um die großen Schiffe erlebbar.“ Entworfen hat den Neubau das Architektenbüro „Eins:Eins Architekten Hillenkamp & Roselius“ aus Hamburg. Die Kosten für den Terminalausbau kalkuliert die Seehafengesellschaft mit insgesamt 7,5 Millionen Euro.

Aktuell können bereits zwei Kreuzfahrer gleichzeitig am Ostseekai festmachen. Doch beide müssen über ein Gebäude abgefertigt werden, und die Schiffe, die nach Kiel kommen, werden immer zahlreicher und größer. Immer mehr Personen und Gepäckstücke müssen abgefertigt werden. Dadurch, dass künftig auch bei zwei am Ostseekai liegenden Schiffen jedes sein eigenes Terminalgebäude hat, verspricht sich die Seehafengesellschaft eine „Entzerrung operativer Prozesse“ und eine Verbesserung des Services, die nicht nur den Passagieren, sondern auch den Reedereien zugute kommt.

Für die aktuelle Kreuzfahrersaison 2018 erwartet die Seehafengesellschaft 166 Anläufe von 32 verschiedenen Schiffen – einige davon zählen zu den größten Kreuzfahrtschiffen der Welt. Insgesamt bringen sie rund 600.000 Passagiere nach Kiel. Das ist mehr als je zuvor. Im vergangenen Jahr legte 143 Mal ein Kreuzfahrtschiff in Kiel an, die Gesamtzahl der Passagiere, die dabei an oder von Bord gingen, gibt die Seehafengesellschaft mit 513.906 an.