Neuer Stahl in altem Look – Eisenbahnbrücke über die Schwentine wird durch Neubau ersetzt

Rund 30 Tonnen wiegt jedes der drei stählernen Brückenteile, die zur neuen Eisenbahnbrücke über die Schwentine zusammengesetzt werden. Foto: tbu

Kiel. Am Mittwoch, 31. Oktober, wird der Personen- und Güterzugverkehr wieder auf der Strecke zwischen Gaarden und Oppendorf rollen. Dann wird die Erneuerung der Eisenbahnbrücke, die in Wellingdorf über die Schwentine führt, abgeschlossen sein.

Die Arbeiten werden dann insgesamt vier Wochen angedauert haben. Solange waren auch das Kraftwerk und der Ostuferhafen vom Schienenverkehr abgeschnitten. Zudem setzte der Personenverkehr aus. Die Wanderwege beiderseits unter der Schwentinebrücke mussten aufgrund der Bauarbeiten ebenso gesperrt werden. Sie können, da der Abbau der Gerüste nach Abschluss der Arbeiten noch bewerkstelligt werden muss, erst Mitte November wieder freigegeben werden. Daher ist Wolfgang Seyb, Geschäftsführer der ausführenden AKN Eisenbahn GmBH, dem Kraftwerk, dem Ostuferhafen und allen Anwohnern sehr dankbar, dass sie die Zeit der Aussetzung durchgehalten haben. „Letztendlich sind wir alle an einer stabilen und umweltverträglichen Lösung interessiert“, sagt Seyb und hebt die verkehrspolitische Bedeutung der Eisenbahnbrücke über der Schwentine hervor: „Der Ostring wird durch die Anbindung an den Hafen von Lkw-Verkehren entlastet. Außerdem passt die Instandsetzung der Brücke zur Kieler Debatte, wie man den Verkehr weiter sinnvoll gestalten soll.“

Die rund 120 Jahre alte Schwentinebrücke bedurfte zwingend einer Erneuerung. Eine Materialermüdung liegt nach solch einer Zeitspanne im Bereich des Möglichen. „Das hat eine statische Nachrechnung ergeben“, erklärt Projektleiter Udo Grebe und führt aus: „Gerade bei altem Stahl müssen wir sichergehen, dass er der Belastung standhält. Grundsätzlich rechnet man heutzutage bei einer derartigen Stahlbrücke mit einer Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren.“ Den Strompfeilern blieb ein kompletter Neubau erspart. Jedoch wurde das Brückenwiderlager auf der Oppendorfer Seite saniert und verstärkt.

Das Aussehen der 72 Meter langen Brücke wird nach Montage des dreifeldrigen Stahlfachwerkes fast identisch wie zuvor erscheinen. Jedes Brückenteil wiegt etwa 30 Tonnen und muss wieder mit der Leit- und Sicherungstechnik sowie den Gleisen verbunden werden. „Hinsichtlich der Planung und Logistik ist das keinesfalls ein kleines Projekt“, sagt Udo Grebe. Das gilt auch für die Finanzierung. „Bei den Kosten liegen wir bei 2 Millionen Euro“, so Wolfgang Seyb. tbu