Neuer Lesestoff für die Lütten

Die „Lesesprotte“-Organisatoren trafen sich zur Übergabe bei Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. FOTO: THOMAS EISENKRÄTZER

Pünktlich zu den Sommerferien wechselten 120 Bücher die Besitzer

Kiel. Ein Büchersegen für den Verein Trauernde Kinder Schleswig-Holstein, die Hospiz-Initiative Kiel und das St. Antoniushaus: Die Organisatoren des Kinderbuchpreises „Kieler Lesesprotte“ haben ihnen im Amtszimmer Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, dem Schirmherrn der Initiative, rund 120 Bücher übergeben. Damit können die betreuten Kinder der Einrichtungen wieder in neue Abenteuer und Fantasiewelten eintauchen. Aber wie sind die 120 Bücher überhaupt zusammengekommen?

Im April wurde in der Landeshauptstadt die erste „Kieler Lesesprotte“ verliehen. Das Besondere an dem Preis: Die Fachjury besteht aus den ganz kleinen Lesern. Denn die wissen am besten, was Kinder lesen wollen. In den Monaten vor der Preisvergabe hatten sich insgesamt 111 Schüler aus 22 Kieler Grundschulen durch die von den Verlagen eingereichten Bücher gelesen. So haben sie mit Kindern mitgelitten, die es in den verschiedenen Büchern nicht leicht hatten, haben mit vielen Detektiven spannende Fälle gelöst, Feen getroffen und Insekten im Wald kennengelernt.

Zum Schluss hat die Jury insgesamt 415 Bewertungen eingereicht – die kleinen Leser haben zwischen Oktober 2017 und dem Januar dieses Jahres immerhin mindestens zwei der 20 nominierten Bücher gelesen. Die meisten Punkte der Jury hat letztendlich die Braunschweiger Autorin Katja Frixe für ihr Buch „Der zauberhafte Wunschbuchladen“ bekommen. „Gegen uns könnt ihr nicht anstinken“ von Rüdiger Bertram landete auf dem zweiten Platz, den dritten Rang teilten sich Beate Dölling mit „Zuckerkringel – Ferien mit Marie“ und Caroline Carlson mit „Der weltbeste Detektiv“.

Um die Bücher bewerten zu können, mussten sie natürlich auch angeschafft werden. Also reichten rund 30 Kinderbuchverlage einige ihrer Neuerscheinungen kostenlos bei den Organisatoren der „Kieler Lesesprotte“ ein. Und diese 120 Bücher, die nicht mehr benötigt werden, können nun von den Kindern der berücksichtigten Vereine und Initiativen gelesen werden.

Zu der „Kieler Lesesprotte“ gehören verschiedene Kieler Büchervereine sowie Leseförderungs- und Ehrenamtsinitiativen.