Neuer Fotobildband mit Blick auf Eckernförde

Auch das Museumsgebäude hat im neuen Bildband seinen Platz. Rolf Reiner Maria Borchard und Dr. Dorothee Bieske mit dem neuen Bildband „Eckernförde – ein Stadtportrait“. FOTO:MS

Eckernförde. Rund eineinhalb Jahre hat Rolf Reiner Maria Borchard die Stadt Eckernförde fotografisch erforscht.

Seine intensiven Eindrücke von altbekannten Gebäuden und unbeachteten Ecken hat der Architekt und ehemalige Leiter der Muthesius Kunsthochschule Kiel in einen 246 Seiten umfassenden Bildband gegossen. Im Museum Eckernförde stellte er am 5. Juli „Eckernförde – Ein Stadtportrait“ vor.

Der Ort der Buchpräsentation war sehr bewusst gewählt: „Der Kieler Stadtarchivar hatte mir von diesem Fotoprojekt erzählt und Borchard ist in Kiel eine Größe“, erzählt Museumsleiterin Dr. Dorothee Bieske, 55. Das Thema habe sie sehr interessiert und biete für Touristen wie Einheimische „eine sensible, frische Sicht auf Eckernförde“.

Mit dem Stadtportrait legt der ehemalige Professor für Gestaltungsgrundlagen und Fotografie erneut einen Bildband vor. Seit er emeritiert sei, interessiere ihn besonders die Region.

Als Fotograf hat er die Probstei und die Schlei erkundet. Der neue Bildband schließt nun die geografische Lücke. Durch verwandtschaftliche Beziehungen sei er vorher schon ab und zu in der Stadt gewesen, habe immer empfunden, dass „die Eckernförder sich mit ihrer Stadt viele Mühe geben“.

Ziel seiner 365 Fotos ist, dass der Betrachter das Gezeigte neu wahrnimmt, von der Altstadt über den Hafen und Borby bis zur Carlshütte, den Renaturierungsgebieten und den vier umliegenden Herrenhäusern.

Der Architekt hat vorher viel recherchiert, unter anderem habe ihm Karl Friedrich Schinkels Stadtchronik als Leitfaden gedient. Und dann war er zu allen Jahreszeiten und allen Wetterlagen unterwegs.

Ausgestattet mit der Erlaubnis der städtischen Verwaltung und Empfehlungen von Architekten und dem Altstadtverein durfte er für den besten Blick auch auf private Balkone.

Seine Farbfotos sind in sechs Kapitel eingeteilt, jedem Kapitel stellt er eine Landkarte mit Verweisen und einem Kurztext voran. Rolf Reiner Maria Borchard hat in seiner Laufbahn eine eigene Bildästhetik entwickelt.

Der Blick auf die Architektur ist konzentriert, die Bildseiten sind bewusst konzipiert, stellen so Beziehungen her, machen Kontraste deutlich. Keine Stadt ohne ihre städtebaulichen Irrtümer: „Ich ärgere mich darüber, wie der Kirchplatz behandelt worden ist, da müsste man aufräumen und ihn so behandeln wie den Marktplatz“, sagt er.

Im Bildband stellt er beides einander gegenüber: „das großartige Gotische und das architektonisch Vernachlässigte.“

Im Bereich Pferdemarkt wiederum sehe man den Umbruch und Potential für Architekten. Der Bildband ist in einer Auflage von 1500 Exemplaren erschienen und zum Preis von 36 Euro ab sofort im Buchhandel erhältlich. Begleitend wird es vom 1. Oktober bis 26. November im Museum Eckernförde die Ausstellung „Eckernförde – Stadt und Landschaft“ mit rund 60, teils jetzt nicht veröffentlichten Fotos geben. (MS)