Neue Visitenkarte für Kiel? – Grunderneuerung und Bürgerbeteiligung: Große Pläne für die „neue Kiellinie“

Seit rund drei Jahren müssen Spaziergänger mit den Absperrungen in einem rund 500 Meter langen Abschnitt entlang der Kiellinie leben. Foto: kst

Kiel. Im kommenden Jahr will die Stadt Kiel die Planungen und Arbeiten starten, um die Absperrungen verschwinden zu lassen, die seit 2015 zwischen dem Sportboothafen Düsternbrook und dem Anleger Bellevue den Blick auf die Förde und das Bummeln am Ufer stören. Die Absperrungen in dem Bereich, der den Namen Berthold-Beitz-Ufer trägt, sind so alt, dass sie auf den Satellitenfotos von Google-Maps zu sehen sind. Kiels Stadtbaurätin Doris Grondke hat aber noch weit mehr Bereiche entlang der Kiellinie im Blick, die in den kommenden Jahren saniert und verschönert werden sollen. Diese große Lösung ist zwar teurer als eine „kleine“ Reparatur der beschädigten Uferbereiche, dafür konnte sie in das Städtebauförderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ aufgenommen werden und wird so von Bund und Land mitfinanziert. Noch im August werden die Kampfmitteluntersuchungen in der Förde beginnen, die vor der Grunderneuerung der Kaikanten am Berthold-Beitz-Ufer notwendig sind: Rund vier Monate soll das dauern. Im Frühjahr 2019 sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden und im Herbst des gleichen Jahres beginnen. Aktuelle Kostenschätzungen gehen von rund neun Millionen Euro für diese technische Erneuerung aus.

Zusätzlich startet im September die Bürgerbeteiligung für die „neue Kiellinie“ zwischen Seeburg und Tirpitzmole einschließlich der Grünanlagen an und auf dem Fördehang. Für Freitag, 14., und Sonnabend, 15. September, wird die Stadt Kiel zu verschiedenen Bürgerbeteiligungsaktionen einladen. Ziel ist ein integriertes Entwicklungskonzept für das gesamte Plangebiet. Ebenfalls noch für 2019 sieht die Stadt Kiel einen Wettbewerb unter Planungsbüros vor, dessen Thema die konkretere Neugestaltung des Berthold-Beitz-Ufers und der angrenzenden Bereiche der Uferpromenade ist. Mit dem Beginn der konkreten Arbeiten an Kiellinie und angrenzenden Grünflächen rechnet die Stadt frühestens für 2021.

Bis der Abschnitt der Kiellinie zu einer neuen Uferpromenade mit mehr Aufenthaltsqualität geworden ist, wird es also noch eine Weile dauern, aber für Doris Grondke lohnt es, auf das Ziel zu schauen: „Wir haben jetzt die einmalige Chance, die Kiellinie aufzuwerten. Dafür können wir auch mal groß denken und Neues entwickeln“, sagt die Stadtbaurätin. Ihr sei es ein Anliegen, dass der Zugang zum Wasser erleichtert und die Fördelage im Stadtbild präsenter wird: „Kiel muss den Vergleich mit anderen Städten am Wasser wie Aarhus oder Rotterdam nicht scheuen.“kst