Neue Spielzeit: Alte und neue Schätze im Kieler Theater

Das Team des Theaters Kiel präsentierte im Kieler Opernhaus das Programm zur neuen Theater-Spielzeit FOTO: GÖD

Kiel. Bei der Vorstellung des Programms zur neuen Theater-Spielzeit war diesmal auch der Landesbischof Gerhard Ulrich zu Gast. Und das hatte seinen guten Grund.

Seit drei Jahren besteht eine Kooperation der Nordkirche mit dem Kieler Schauspielhaus. „Im Theater wie in der Kirche geht es um die großen Fragen des Lebens“, sagte Ulrich, der zugleich ausgebildeter Schauspieler ist. Aus Anlass des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ haben die Kirche und das Schauspielhaus ein Luther-Stück in Auftrag gegeben, an dem der Kieler Schriftsteller Feridun Zaimoglu zusammen mit dem Co-Autor Günter Senkel zur Zeit arbeitet. Das Stück spielt im Jahr 1540, sechs Jahre vor dem Tod des Reformators. „Luther wird nicht nur als Held, sondern auch als Kind seiner Zeit dargestellt“, erläuterte der Bischof. Das Stück „Luther“ wird am 7. Oktober Premiere feiern; am 10. Oktober hält Ulrich im Rahmen der Aufführung eine „Theaterpredigt“.

Ein Highlight ist außerdem am 29. September die Premiere des Musicals „Fame“ nach dem gleichnamigen Kinohit der 80er-Jahre. Darin geht es um den Weg zum Ruhm einiger Jugendlicher, die auf die New-Yorker Theateruni gehen. „Unsere Darsteller müssen nicht nur singen, tanzen und schauspielen, sondern – in einer vierten Disziplin – als Musiker auch selbst auf der Bühne stehen“, erläuterte Dramaturg Ulrich Frey den Anspruch.

Frey stellte auch heraus, dass eine Reihe der Opern, die ins neue Programm gehoben wurden, schon seit längerer Zeit nicht mehr in Kiel zu sehen waren. Das Theater habe alte Schätze ausgegraben. Dazu gehören Rossinis „Wilhelm Tell“ samt legendärem Apfelschuss, Strauss` Oper „Arabella“ mit vielen Walzerklängen sowie Verdis leichtfüßige Oper „Ein Maskenball“. Auch bei den neun Philharmonischen Konzerten werden Musikfreunde auf ihre Kosten kommen.

Yaroslav Ivanenko kündigte an, dass die Ballettsparte mehrere neue Mitglieder begrüßen wird, die beispielsweise in August Bournonvilles Stück „La Sylphide“ zu sehen sein werden. Der Prototyp des romantischen Balletts spielt an verschiedenen verwunschenen Schauplätzen.

Ein Dachboden ist dagegen der Ort, an dem Henrik Ibsens Stück „Die Wildente“ spielt, das am 22. September Premiere hat. Hier geht es um Wahrheit und Lüge. Auch William Shakespeare steht auf dem Programm, nämlich ab November mit dem Drama „Richard III“. Nachdem Alan Ayckbourns „Schöne Bescherungen“ ein Renner war, wird das Theater Kiel in der neuen Spielzeit sein Stück „Ab jetzt“ aufnehmen, in dem unter anderem ein Kinderbetreuungs-Roboter eine Rolle spielt.

Das Programm für die junge Generation präsentierte Astrid Großgasteiger, die seit einem Jahr das Theater im Werftpark leitet. Schon an Kinder ab drei Jahren richtet sich das Stück „Die Kuh Rosmarie“ von Andri Beyeler, in dem es um unzulängliche Kommunikation geht. Ab zehn Jahren können Kinder „Krabat“ von Otfried Preußler kennenlernen und ab zwölf in der Uraufführung „Verloren im Packeis“ von Christoph Busche eine spannende Expedition verfolgen.

Auch das diesjährige Märchen im Opernhaus steht mittlerweile fest: Nach „Aschenputtel“ fiel die Wahl nun auf „Hänsel und Gretel“. Weitere Informationen sowie das ganze Programm gibt es unter www.theater-kiel.de (göd)