Neue Blicke unters Wasser – Bistro weiterhin geöffnet

Biologin Sandra Piepiarka keschert die Bewohner aus dem Pegelbecken. Sie müssen zeitweilig umziehen, da das Becken erneuert wird. Fotos: Manuela Schütze

Eckernförde. Es ist Halbzeit bei den Umbauarbeiten im Ostsee-Info-Center (OIC) in Eckernförde. Noch bis Ende Februar werden neue Ausstellungseinheiten erstellt, Wände gestrichen und Aquarienbewohner zeitweilig umgesiedelt. Das Bistro ist weiterhin geöffnet, und so können Gäste viele Arbeiten hautnah miterleben. Ab März will das OIC die neue Ausstellung eröffnen.

Die Steilküste ist schon verschwunden. Stattdessen verwandelt Künstler Rüdiger Ziegler den Eingangsbereich in eine Unterwasserlandschaft, während Mitarbeiter Samuel Pozsgai eine Miesmuschelbank modelliert. „Wir haben festgestellt, dass sich unsere Gäste mehr für die Welt unter Wasser interessieren, als für die darüber“, erläutert Hannah Sliwka (31), Leiterin des OIC, das neue Konzept. Acht festangestellte Mitarbeiter sind im OIC beschäftigt, hinzu kommen viele engagierte Ehrenamtliche.

Ursprünglich war hier einmal eine Inszenierung zum Thema Steilküste. Jetzt gestaltet Rüdiger Ziegler (links) alles zu einer Unterwasserlandschaft um, denn zukünftig sollen die Besucher schon im Eingangsbereich „abtauchen können“, sagt Hannah Sliwka, Leiterin des OIC.

Überall stehen Zeugnisse des Umbaus: Farbeimer, zusammengeschobene Exponate, Leitern, Werkzeug. Zu den neuen Ausstellungsinhalten möchte Sliwka noch nicht viel verraten, nur ein wenig Appetit machen: „Ein neues Thema sind zum Beispiel die Schweinswale und die PAL-Geräte. PAL steht für Porpoise-Alert. Das Gerät wird an Stellnetze montiert, die für Schweinswale kaum zu orten und deshalb gefährlich sind. Das PAL-Gerät imitiert die Warnlaute der Schweinswale. Die reagieren darauf, indem sie ihre eigene Echoortung verstärken und so die Stellnetze wahrnehmen können.

Das schleswig-holsteinische Umweltministerium hatte 2013 mit den Fischern eine freiwillige Vereinbarung zum Schutz von Schweinswalen und Tauchenten geschlossen. Das Team des OIC koordiniert die Umsetzung dieser Vereinbarung.

Am so genannten Pegelbecken ist Biologin Sandra Piepiarka dabei, die Bewohner zu keschern und umzusetzen. „Diese Flachwasserzone ist eine Kinderstube, hier leben Plattfische, Sandgrundeln, Sandgarnelen, Miesmuscheln, Klippenbarsche, Goldmaid und Butterfisch“, zählt sie auf. Sie müssen kurzzeitig umziehen, denn das Becken wird erneuert. Mit einer zukünftigen Grundfläche von drei mal einem Meter ist das neue ein Drittel größer als vorher.

„Da ist noch einer“, ertönt es plötzlich von der anderen Beckenseite. Eine Schulklasse ist im Bistro eingekehrt. Da das Pegelbecken direkt einsehbar ist, haben sich einige Schüler versammelt und schauen der Biologin bei ihrer Arbeit zu.

Ohne Fördermittel wäre ein solcher Umbau nicht möglich, betont Hannah Sliwka. Neben dem Eckernförder Umweltbildungsverein und der Klara-Samariter-Stiftung unterstützen vor allem die Bingo-Umweltlotterie und und der europäische Fischereifonds den Umbau. ms