Neue alte Preetzer Geschichten

Peter Pauselius und Gudrun Lob präsentieren die neuen Preetzer Blätter und erstmals eine Extraausgabe über Denkmäler an den Gedenksteinen unter der Doppeleiche am Preetzer Rathaus. FOTO: HOP

Preetz. Aus den Tiefen des Preetzer Stadtarchives sind wieder viele, längst vergessene, Geschichten gehoben worden. Neben der neuesten Ausgabe der Preetzer Blätter feiert Stadtarchivar Peter Pauselius nun zusätzlich mit den Preetzer Extra Blätter Premiere – sie widmen sich dem Thema Denkmäler. Die viermal jährlich erscheinenden Preetzer Blätter werden stets heiß nachgefragt, gelingt es dem Stadthistoriker und seinem Redaktionsteam doch, historische und aktuelle Themen geschickt miteinander zu verweben. Diesmal erzählt Wolfgang Eichinger humorvoll vom völlig unbedarften Start seiner Schülerrudermannschaft „Kartoffelvierer“ 1967 bei einer Regatta in Hamburg, wo sie gleich zwei Preise abräumten. Bei Karl-Heinz Rath geht es um die Geschichte des Schützenplatzes und die der Preetzer Pfadfinder. Peter Pauselius selbst hat in den Archiven nachgeforscht, was zu Luthers Zeiten in Preetz los war und wie die Reformation die Schusterstadt und den Alltag der Menschen verändert hat. Gudrun Lob stöberte in alten Zeitungsberichten und hat längst vergangene Berichterstattungen über Ausländer und Flüchtlinge ausgegraben. „Was heißt fremd sein?“, stellt sie die Frage und sieht viele Parallelen zur heutigen Zeit. Um sich auch einmal intensiver mit einem Thema beschäftigen zu können, kam Pauselius auf die Idee der Extrablätter. Ausschlag gaben die vielen Anfragen von Touristen in der Touristeninformation, wie alt beispielsweise die Klostereiche sei oder was der ein oder andere Gedenkstein auf Stadtgebiet bedeute. So ist auf 61 Seiten ein umfassendes Nachschlagewerk entstanden, dass auch Einheimische begeistern wird. Denn wer weiß schon, was es mit dem Schusterjungen auf dem Feldmannplatz und seinem kecken Lächeln auf sich hat? Die Fußgängerbrücke über die Eisenbahnschienen hinunter zum Strandbad Lanker See hat wohl jeder schon einmal benutzt – aber wer war Walter Ewoldt, dessen Name die Gedenkplakette am Brückengeländer ziert? Es gibt in Preetz sogar zwei Mammutbäume (Redwoods), aber wie kamen sie dort hin? Und dann erst die vielen besonderen Bäume als Zeitzeugen wechselreicher Geschichte. In der Mitte der Extra Blätter weist ein Stadtplan die Orte der 34 natürlichen und künstlichen Denkmäler aus. „Eine Fortsetzung ist geplant“, sagt Peter Pauselius, „dann wird es um Preetzer Persönlichkeiten gehen.“ Anders als die Preetzer Blätter wird die Extraausgabe nur nach Bedarf erscheinen, „immer wenn ein neues spannendes Thema auftaucht“, so Pauselius. Die Kloster-Eiche wird übrigens auf rund 800 Jahre geschätzt. Sie war schon bei Verlegung des Klosters an die heutige Stelle ein stattlicher Baum. Die Preetzer Blättern, Ausgabe III/17 und die Extra Blätter gibt es für jeweils 4 Euro bei Tabak Müller (Fachmarktzentrum), in der Preetzer Bücherstube, in der Buchhandlung am Markt, im Café Grün, im Kopierladen (Kührener Straße 39) und in der Tourist-Info in der Mühlenstraße. hop