Neu-Imker starten mit eigenen Völkern

Sie haben mit der Imkerei begonnen und ließen sich die ersten Handgriffe von Joachim Funk (Mitte) zeigen: Enver Sahin (v.li.), Patrick Glomm, Nidhal Hassan, Youssef Edris und Hussein Alkhalaf. FOTO: SIGNE HOPPE

Preetz. Für kein anderes Hobby wird man so süß belohnt: ein halbes Jahr lang haben acht angehende Hobbyimker bei Joachim Funk das Imkern gelernt – darunter ein syrischer Flüchtling. Wer sich Bienen anschaffen will, startet am besten im Frühjahr. „Im Mai, wenn die Völker sich vermehren wollen, haben alle zwei Ableger bekommen“, erzählt Kursleiter Funk. Der Hobbyimker hat selbst 30 Völker rund um Preetz stehen. Dann begann für die frischgebackenen Bienenhalter sofort die Hauptsaison. Denn von April bis August ist am meisten zu tun. Vom Auswintern der Bienenvölker, über die Bereitstellung von Honigraum, Königinnenvermehrung, Honig- und Wachsgewinnung bis zur Bekämpfung der Varroamilbe bekamen die Imkerneulinge viele Handgriffe erklärt und konnten sie dann sogleich praktisch ausprobieren. Für Joachim Funk ist „learning by doing“ wichtig. In 13 Jahren Imkerschulung hat er rund 140 Imker ausgebildet. Die dezentralen Schulungsmaßnahmen werden vom Land gefördert. Youssef Edris hat schon früher gerne bei Funk Honig gekauft. „Nun wollte ich mir auch ein Stück Natur nach Hause holen“, erzählt der gebürtige Ägypter von seiner Motivation. „Meine Nachbarn sind ganz begeistert, dass ich nun Bienen habe.“ „Deutsche Bienen sind freundlicher“ Der junge syrische Flüchtling Hussein Alkhalaf hat schon in seiner Heimat drei Jahre lang mit Bienen gearbeitet. „Ich liebe Bienen“, sagt er und strahlt. Mit Hilfe eines Dolmetschers und Youssef Edris Übersetzungen gelang eine gute Verständigung und Zusammenarbeit. „Deutsche Bienen sind viel freundlicher als die asiatischen Rassen“, sagt Alkhalaf. Hier könne man einen Stock öffnen und die Bienen bleiben friedlich. Es ginge darum, der Natur etwas Gutes zu tun, berichtet Patrick Glomm. „Ich habe vom Bienensterben gehört und wollte selbst etwas dagegen tun.“ Aber so einfach sei es nicht. „Erst dachte ich, einfach eine Kiste aufstellen, Bienen rein und dann Honig ernten“, sagt Glomm und lacht. Er durfte sich unter Funks Anleitung selbst einen heimatlosen Schwarm einfangen. Als besonders kniffelig erweist sich die Aufgabe, die nicht markierte Königin in einem Ableger zu finden. Joachim Funk tröstet den Imkernachwuchs: „Auch für erfahrene Imker ist das nicht immer leicht.“ Hussein Alkhalaf wurde während des Kurses von seinem Freund Nidhal Hassan begleitet. Der hat sich von dem faszinierenden Hobby anstecken lassen und möchte im nächsten Frühjahr selbst das Imkern lernen. hop