Natur pur – mit den „Kieler Kurvenkratzern“ nach Kappeln

Schmale Landstraßen, weite Wiesen, Natur pur: Die Tour führt die „Kurvenkratzer“ diesmal nach Kappeln. FOTO: CARSTEN SCHEIBE

Kiel. Jede Woche erscheint ein Routenvorschlag der Motorradfreunde der „Kieler Kurvenkratzer“ im Kieler Express. Diesmal führt die Fahrt durch Eckernförde nach Kappeln – ein Tipp von Carsten Scheibe.

Der Tag ist windig, weiße Wattebäuschen am Himmel, der Rest ist blauer Himmel, was will man mehr.

Es gesellen sich noch einige „Kurvenkratzer“ dazu und alle haben Lust auf ein Fischbrötchen in Kappeln.

Los geht es in Kiel an der Kiellinie. Viele Kieler flanieren hier und spazieren direkt an der Kieler Innenförde mit Blick auf das Segelschulschiff Gorch Fock, über die alte Holtenauer Hochbrücke geht es nach Schilksee, bekannt durch die Segelolympiade 1972 und hoch nach Schwedeneck direkt zum Eingang der großen Eckernförder Bucht – und schon wieder ist das leuchtende Gold der Landschaft zu sehen, was für ein Anblick!

Pause in der Natur

Die erste Pause um den Duft der Wiesen aufzunehmen wird eingelegt – ein Bauer kommt auf die Gruppe zu und ist neugierig, schnell ist man im Gespräch. Der Mann gibt den Bikern einen Tipp, wie sie fast unmittelbar an die Steilküste herunterkommen.

Er ist Eigentümer und erlaubt die Abfahrt. Ausgesprochenes Glück, so ein Plätzchen für eine Pause, schade nur, dass kein Proviant vorhanden ist. Dafür: Smalltalk in der Nähe des Wassers und umgeben von der Naturpracht. Die schwarzbunten Milchkühe grasen in der Nähe. Ja, ein wundervolles Bundesland zwischen den Meeren. Aber der Hunger treibt weiter, vorbei an Eckernförde geht es zum Missunder Noor und durch die kleinen Wirtschaftstrassen.

„Wir bleiben immer südlich der Schlei, fahren durch Norby und kommen nach Sieseby, auch hier lohnt sich wieder ein Stopp“, sagt Carsten Scheibe. „Ein kleines Dorf mit traumhaften Häusern in einer faszinierenden Landschaft das mich oft an die Landschaften der Filme von Rosamunde Pilcher erinnert.“

„Die besten Fischbrötchen“

Die Gruppe setzt sich wieder in Bewegung und fährt nach Kappeln, doch zuvor geht es über die Klappbrücke um über die Schlei zu kommen. Direkt am Nordufer links von der Brücke ist ein begehrter Anlaufpunkt. „Ein Fischimbiss mit meiner Meinung nach der besten Fischbrötchen nördlich von Kiel an der Ostsee liegend“, so der persönliche Tipp von Carsten Scheibe. Sein Favorit: „Leicht angetoastete Brötchen mit frischen Bismarkhering, Matjes oder anderen Meeresköstlichkeiten.“

Draußen sitzen die Biker in der Sonne, Matthias hat noch Hunger und holt sich Bratheringe mit Bratkartoffeln. Gut gestärkt treibt es uns weiter, irgendwie fehlt noch der Nachtisch, aber kein Problem: „Hier gibt es viele nette Landcafés.“

Die Tour führt auf einen Abstecher nach Massholm zum Fischerhafen, hier bekommt man fangfrischen Fisch.

Landcafé Grünlund: Kunst und Kuchen

Es geht zurück nach Kappeln, auf der nördlichen Seite der Schlei entlang. Der Weg bietet wunderschöne Fernblicke.

Auf der anderen Seite leuchten wieder die Raps Felder und die grünen Wiesen. Die Schlei lässt sich an der alten Klappbrücke Lindaunis queren, hier teilt sich der Kfz-Verkehr die Brücke direkt mit der Bahn, hier muss mit Wartezeiten gerechnet werden.

Die Ampel geht auf Grün, die Motoren starten und die Maschinen rollen über den alten Stahlboden der Brücke. Es ist nicht mehr weit bis zum Landcafé Grünlund: „Auf die Straße Richtung Kappeln und nach einem Kilometer wieder links abbiegen.“ Schmale Straßen führen hier über die Feldmark direkt zum Landcafé. Die Betreiber sind Künstler, eine alte Reetdachkate dient als Gaststätte.

Kleine Straßen, Blick auf die Bucht

Unterwegs im Land zwischen den Meeren: So sieht die Motorrad-Tour nach Kappeln aus. QUELLE: ©OPENSTREETMAP/OPENSTREETMAP.ORG

Selbstgemachte Torten in allen Variationen stehen zur Auswahl. Jeder sucht sich sein Lieblingsstück aus, dazu gibt es natürlich Kaffee. Einfache Holzbänke und Holztische stehen bereit, so kann der leckere Zwischenstopp im Freien richtig genossen werden. „Es ist wie im Schlaraffenland und man spürt die Hosen enger werden“, kommentiert Scheibe und lacht. Nach einem Spaziergang durch den kleinen Künstlerpark verlassen die Biker dieses Kleinod wieder und machen sich auf den Weg nach Eckernförde – natürlich wieder über kleine Straßen und Blicken auf die Eckernförder Bucht in der Ferne.

Die kleine doch viel befahrende Straße zwischen Waabs und Eckernförde bringt die Fahrer zurück in die Stadt der Sprotten. Vorbei am Aschberg wird der große Wittensee als Ziel anvisiert und von dort aus geht es in Richtung Sehestedt zum Nord-Ostseekanal. Noch einen Abschiedskaffee an der Fähre und zurück über den Kanal. Der Tag endet mit wundervollen Impressionen des Landes zwischen den Meeren.