Nahwärmekonzept: Projekt mit Vorbildfunktion

Die Verantwortlichen der Stadt Preetz und des Kreises Plön stellten in der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule in Preetz ihre Ideen für ein modernes Energiekonzept für die Schul-Liegenschaften des Kreises und der Stadt in Preetz vor. FOTO: HMS

Preetz. Der Kreis Plön und die Stadt Preetz planen ein Nahwärmekonzept, mit dem 38 Prozent der Kohlenstoffdioxid-Emission der öffentlichen Gebäude der Stadt eingespart werden könnten.

In das Nahwärmenetz sollen zunächst die Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule, das Friedrich-Schiller-Gymnasium, das Berufsbildungszentrum Plön und die Schule am Kührener Berg eingebunden werden. Die Idee dazu hatte der Ingenieur Hans Eimannsberger: „Ich wohne in unmittelbarer Nähe der Schulen, bei meinen täglichen Spaziergängen sah ich die 14 rauchenden Schornsteine und dachte, da müsste doch was zu machen sein.“

Gemeinsam mit der Klimaschutzmanagerin des Kreises Plön Ina Kraus entwickelte er ein Konzept, das auch auf politischer Ebene mit Begeisterung aufgenommen wurde. „Der Kreis Plön verfolgt das langfristige Ziel, die öffentlichen Liegenschaften in Preetz zu 100 Prozent mit regenerativer Energie zu versorgen, dieses Projekt trägt dazu bei, dieses strategische Ziel auch in die Praxis umzusetzen,“ so die Landrätin Stephanie Ladwig und Björn Demmin ergänzt: „Alle Schulen haben veraltete Heizungsanlagen und müssten in naher Zukunft die Heizkessel ersetzen. Da wollten wir die Gunst der Stunde nutzen.“ Auch Hans Eimannsberger hält den Zeitpunkt für ideal: „Erdgas hat nicht nur keine Zukunft, sondern verhindert die Zukunft. Wenn jetzt in allen Schulen die Heizkessel ausgetauscht werden, dann ist das Thema für 20 Jahre erst mal wieder durch.“

Für eine verlässliche Wärmeversorgung ist die Kombination unterschiedlicher regenerativer Energieformen erforderlich. Da in Deutschland belastbare Erfahrungen mit solchen Nahwärmenetzen fehlen, soll zunächst eine Machbarkeitsstudie zur Analyse der komplexen Finanzierungs-, Versorgungs-, und Beteiligungs- und Betriebsführungsstruktur in Auftrag gegeben werden. Als potentielle Energiequellen werden Biogas, Holzhackschnitzel und/oder Eisspeichersysteme geprüft. „Wir favorisieren die dritte Lösung, bei dem die Kristallisationswärme beim Übergang vom flüssigem Wasser zu Eis zur Wärmegewinnung genutzt wird. Dazu müsste ein Wassertank mit etwa 2 Millionen Liter Wasser in die Erde verbracht werden “, so Eimannsberger. Für öffentliche Gebäude wurde ein derartiges Konzept bisher nicht realisiert, damit wäre das geplante Nahwärmenetz ein absolutes Vorbildprojekt.

Die Aktivregion Schwentine-Holsteinische Schweiz hat 20.000 Euro Fördermittel für die Machbarkeitsstudie bewilligt. Das deckt 80 Prozent der Kosten, die restlichen 20 Prozent werden anteilig vom Kreis Plön und der Stadt Preetz getragen. Wenn alles optimal läuft, kann die Umsetzung bereits 2018 beginnen.

(hms)