Nahwärme: Preetzer gründen Genossenschaft

Bei der historischen Genossenschaftsgründung, bei der der Preetzer Bürgermeister Björn Demmin (4.v.l.) zum Vorsitzenden gewählt wurde, kamen rund 60 Bürger zusammen. FOTO: HOP

Preetz. Preetzer Bürger schreiben Geschichte: Auf der gut besuchten Gründungsversammlung traten 25 Personen der neugegründeten Nahwärmegenossenschaft PreBEG (Preetzer Bürger Energie Genossenschaft) bei.

Von den 530 potentiellen Anschlüssen müssen 70 Prozent der Genossenschaft beitreten, damit im Sommer/Herbst 2018 die Bagger rollen können.

Das Interesse der Anwohner der Glindskoppel und Wunder`schen Koppel an einer Nahwärmeversorgung ist groß. Rund 60 Bürger kamen zusammen, um eine Genossenschaft zur Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien aus der Taufe zu heben. Friedhelm Onkes vom Genossenschaftsverband Rendsburg führte durch die Gründung, eine Werkgruppe hatte die Satzung erstellt und die Gründung vorbereitet.

Ziel ist der Betrieb eines Nahwärmenetzes, das mit nahezu 100 Prozent regenerativer Energie gespeist wird. Geplant ist im ersten Bauabschnitt eine Solaranlage auf 6.300 Quadratmetern und ein Wärmespeicher neben der Biogasanlage des Hof Hörnsees. Auf insgesamt 33.000 Quadratmetern sollen ein Holzheizkraft-

werk, ein Lager und weitere Solarthermien das zwölf Kilometer lange Wärmenetzes speisen. Als Investitionsbedarf der Genossenschaft mit beschränkter Haftung in den nächsten zwei Jahren wurde ein Betrag von rund 9,5 Millionen Euro genannt. Jedes Mitglied haftet dabei mit einem Betrag von 100 Euro. Dieser Betrag muss als ein Anteil beim Beitritt gezahlt werden und soll später auf 15 Genossenschaftsanteile aufgestockt werden. Er wird bei einem Ausscheiden zurückerstattet. Dazu wird ein Eintrittsgeld von 250 Euro fällig – nur das könnte beim Scheitern des Projektes tatsächlich verloren gehen. Ein Baukostenanteil von 3.320 Euro wird erst fällig, wenn der Bau tatsächlich beginnt. Die Übergabestation für die Nahwärme ist nur 75 cm breit, 18 cm tief und einen Meter hoch. „Durch den Ausbau der alten Öltanks gewinnen Hausbesitzer einen weiteren Kellerraum, ersparen sich Kosten für Schornsteinfeger, Wartung, Reparatur und Strom für den Brenner“, erklärte Mitinitiator Hans Eimannsberger, ehemaliger Leiter der Energieagentur S-H. Der Preis bei einer Nahwärmeversorgung mit Abwärme aus Biogas (15 Prozent), Solarwärme (19 Prozent), Holzhackschnitzeln (61 Prozent) und einem Erdgaskessel für die Spitzenlast (5 Prozent) sei rund 3,3 Prozent günstiger als Öl oder Gas. Im Wohngebiet würden 2700 Tonnen CO2 weniger anfallen“, warb Bürgermeister Björn Demmin. Die Stadt Preetz ist Mitglied in der Genossenschaft und möchte die Schwimmhalle und die Hermann-Ehlers-Schule an das Nahwärmenetz anschließen.

Auf der Gründungsversammlung wurden Björn Demmin (Vorsitzender), Jürgen Haardt, Detlef Blunk, Lutz Reinhard und Dirk Nath in den Aufsichtsrat gewählt. Vorstandsvorsitzender wurde Hans Eimannsberger, sein Stellvertreter Manfred Machholz. In den kommenden Monaten sollen das Baurecht geschaffen und weitere Mitglieder geworben werden. (hop)

Informationen und Mitgliedsanträge gibt es auf www.prebeg.info, im Preetzer Rathaus (Bahnhofstraße 24), bei Jürgen Haardt (Haus- und Grundeigentümerverein in der Lange Brückstraße 2, Tel. 04342/7992110) und bei Hans Eimannsberger (Ihlsol 11a, Tel. 0170/442184).