Mobbing auf Platt und ohne Worte

Lennart (v.l.n.r.), Franziska, Paulina und Lale vom Jugendtheater der Niederdeutschen Bühne Preetz proben in der Friedrich-Ebert-Schule die Szene „Sportstunde“. FOTO: KIB

Preetz. „Wir starten mit Auszügen aus der aktuellen Pisa-Studie: Jeder Fünfte wird gemobbt, das ist unser Intro“, sagt Claudia Siemsen und verweist damit auf die enorme Relevanz des Themas.

Gemeinsam mit den Regie-Kolleginnen Tina Buttler und Lena Siemsen bereitet sie das Jugendtheater der Niederdeutschen Bühne Preetz auf einen neuen Auftritt vor.

Kein komplettes Stück, sondern einen Theaterabend erleben die Zuschauer am 5. und 6. Juli in der Friedrich-Ebert-Halle. Buttler: „Diesmal haben die Jugendlichen selbst sechs Szenen erarbeitet. Dadurch wirkt es noch viel stärker.“ 13 Darsteller und Darstellerinnen, alle zwischen zehn und 15 Jahren alt, spielen mit und das auf Plattdeutsch. Eine der Szenen heißt „Schulsprecherwahl“. Die elfjährige Nina mimt darin eine Schülerin, die sich auf das Amt bewirbt. Nina: „Zwei Mädchen wollen das verhindern und erpressen mich: Nur wenn ich ihnen Geld gebe, werden sie für mich werben.“ Im „Blondinenwitz“ spielt die 15-jährige Justine das Mobbing-Opfer: Sie möchte gern bei einer angesagten Gang dabei sein und versucht über einen Witz den Einstieg. Der Witz kommt nicht an, und die Gang dreht den Spieß um… In „Verleeft“ geht es um ein Mädchen, das für einen Jungen schwärmt. Ein anderes Mädchen bekommt das mit und erzählt es herum. Der Junge verabredet sich zum Schein mit seiner Verehrerin… Typisch für die Arbeit in dieser Theatergruppe sei die Rückmelderunde, erzählt Claudia Siemsen: „Jeder bringt sich ein, ist beteiligt.“ Das Resultat kann sich sehen lassen, der Gänsehautfaktor ist groß, die verletzten Gefühle kommen beklemmend echt beim Publikum an. Dafür sorge auch die musikalische Untermalung, die man gemeinsam mit Profischauspieler Matthias Jaschik an einem Intensivprobenwochenende im Mai auf dem Koppelsberg erarbeitet habe. Den zweiten Teil des Theaterabends gestaltet das Jugendtheater mit rund zehn Sketchen und erzählten Witzen, unter anderen „Football“, „Muulfuul“, „Vun güstern“. Und auch ein Pop-Up-Märchen wollen sie bringen. Außerdem zwei Pantomimen. „Eine klassische, die wir schon einmal aufgeführt haben“, so Claudia Siemsen, „die zweite haben die Jugendlichen neu erarbeitet. Thema und grober Ablauf waren vorgegeben, gemeinsam haben wir uns dann für eine von drei Interpretationen entschieden.“ In „Muckibude“ geht es um das schön und stark sein und was Solidarität bewirken kann – und das ganz ohne Worte.

Weitere Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren sind in der Theatergruppe herzlich willkommen. Sie probt jeden Dienstag 16 bis 18 Uhr in der Friedrich-Ebert-Schule, in den Ferien nicht. Auch bei Technik, Requisite oder zum Nähen der Kostüme würden sich die Theaterleute über Unterstützung freuen. (kib)

Mittwoch, 5. Juli, und Donnerstag, 6. Juli, 19 Uhr in der Friedrich-Ebert-Halle, Karten für 5 Euro an der Abendkasse.