Mit einem Flügelschlag in die Freiheit

Alles für den Mäusebussard: Tibo (v.li.), Patrick, Mia und Nele begleiten ihren 15 Wochen alten Pensionsgast in Preetz in die Freiheit. Ronja Strehlau lässt den nunmehr ausreichend aufgepäppelten Raubvogel fliegen. FOTO: HOP

Preetz. Das Preetzer Wildtierheim (WTH) verzeichnet immer wieder Erfolge in der erfolgreichen Rettung und Aufzucht verletzter Vögel.

Nun konnte ein junger Mäusebussard im Kührener Wald in die Freiheit entlassen werden. „Der ist schon viel zu zahm“, sagt Reinhard Depner vom NABU und geht mit dem Kescher durch die Voliere. Und tatsächlich macht der Bussard keine großen Anstalten, dem Netz zu entkommen. Er schreit ein bisschen entrüstet bevor er in die Transportbox gesteckt wird. Decke drüber. Jetzt ist er ruhig. „An seinem Ruf haben wir erkennen können, um was für einen Bussard es sich bei dem Jungtier handelt“, erklärt Depner. Denn als das Küken Anfang Juni auf Gut Helmsdorf bei Lütjenburg gefunden wurde, war es schneeweiß und der Schnabel gelb. Völlig geschwächt kauerte der kleine Nestling auf dem Boden und wurde bereits von anderen Vögeln attackiert. „Erst dachten wir, es sei ein Wespenbussard, weil er auch Wespenwaben fraß.“ Junge Raubvögel fressen zu Beginn vieles, was ihnen vor den hungrigen Schnabel gehalten wird. Zu Beginn kümmerte sich die ehemalige Leiterin des WTH Angelika Hörr privat um das Küken und zog es mit Schweineherz und Eintagsküken auf. Um die Auswilderung vorzubereiten, zog der kleine Gast Ende Juni in die Außenvoliere des WTH. Hier kümmerten sich Mia Specht, Patrick Gadow, Tibo Hoppe, Nele Ohmes und viele weitere Jugendliche um den Bussard. „Fünf bis acht Küken hat er täglich verschlungen“, erzählen die Zwölfjährigen. Man habe den Bussard beringt, um seinen weiteren Lebensweg besser verfolgen zu können, berichtet FÖJlerin Ronja Strehlau. Ein Jahr lang unterstützte die 20-Jährige die vielen ehrenamtlichen Fütterungsteams. Ab September wird sie Geowissenschaften in Kiel studieren. „Ich werden die Tiere vermissen“, sagt sie wehmütig und holt den Bussard vorsichtig aus der Transportbox. „Der Mäusebussard braucht Wiesen und Äcker mit angrenzenden Waldgebieten, in denen er sein Nest baut“, erklärt Strehlau, „der Kührener Wald in ideal zum Auswildern.“ Sie öffnet die Hand, die eben noch die Klauen umfasste und wirft den Bussard leicht in die Luft. Mit kräftigen Flügelschlägen fliegt er davon. Vom 8. bis 11. August bietet das Preetzer Wildtierheim in seiner Ferien-Wildtierheimwoche täglich von 10 bis 16 Uhr Kindern und Jugendlichen ab zehn Jahren die Möglichkeit, in die Arbeit des Wildtierheims und des Vogelschutzes hineinzuschnuppern. Gemeinsam werden Tiere versorgt und spielerisch Wissen über Wildvögel vermittelt. Eine Nistkästenkontrolle in der Postseefeldmark und eine Kanutour zu den Wasservögeln stehen ebenfalls auf dem Programm. hop

Anmeldung im Wildtierheim Büro der Evangelischen Jugend, Kirchplatz 9, Preetz, Tel. 04342/7991173. Bitte auf den AB sprechen. Es wird zurückgerufen.