Mit den „Kieler Kurvenkratzern“ durchs Weserbergland

Abfahrt vom Köterberg

Kiel. Den Wind spüren, die Natur genießen und abseits vom Rocker-Klischee und ausgefahrener Pfade biken – dafür stehen die „Kieler Kurvenkratzer“. Volker Ehlers gibt Tipps zu den schönsten Motorradstrecken in Schleswig-Holstein – und darüber hinaus.

„Die Gruppe lebt von der Aktivität der Gruppenmitglieder“, erklärt Voller Ehlers von den Kieler Kurvenkratzern. Die Tourenplanung und Organisation der Ausfahrten quer durch Schleswig-Holstein und auch mal weiter weg, übernehmen im Wechsel die Mitglieder selbst. So habe Bernd Schönberg die erlebnisreiche Tour durch das Weserbergland auf die Beine gestellt.

Die „große“ Wochenendtour, die die Gruppe am vergangenen Wochenende unternommen hat, ist zur Tradition geworden. „Wir machen sie einmal im Jahr“, erklärt Ehlers. Diesmal ging es ins Weserbergland.

Am vergangenen Wochenende ging es in aller Frühe nach einem gemeinsamen Frühstück in Kiel los.

Anfahrt nach Hameln

– erster Tag

Über die B 404 ging es zur A21 bis Abfahrt Lasbek. Dort bieten sich den Fahrern der heißen Reifen bereits „die ersten herrlichen Nebenstraßen“. Diese führen an Gut Lasbek vorbei bis kurz vor Trittau, von wo es dann wieder auf die B404 Richtung Geesthacht entlang des südlichen Elbufers geht. „Unser Tourenguide auf dieser Strecke Frank Baumann führte uns dann zum Biker-Treffpunkt, dem Fähr-Imbiss Zollenspieker/Hoopte“. An manchen Tagen treffen sich hier über 200 Motorradfahrer.

Nach diesem Pausenstopp ging es für die 27 „Kurvenkratzer“ weiter über sommerlich gesäumte Landstraßen zur A7 Auffahrt Thieshope. Nach rund 60 Kilometern verließen sie die A7 in Bad Fallingbostel und steuerten über Landstraßen den nächsten Pausenstopp an: die „Alte Moorhütte“ in Neustadt-Mardorf, „Eine herrlich gelegene Gaststätte am Steinhuder Meer“, kommentiert Volker Ehlers, „ein echter Insidertipp!“

Wer nicht ausschließlich Autobahn fahren wolle – „…und wer will das schon“, fügt der Biker hinzu – dann sei man nach knapp fünf Stunden Fahrzeit im Randbereich vom Weserbergland angelangt.

„Aus wettertechnischen Gründen sind einige von uns dann die Unterkunft in Hameln direkt angefahren“, so Ehlers. „Nur die erfahreneren Biker sind noch die ausgearbeitete Tour von Bernd bis zur Unterkunft bei eineinhalbstündigem Schauerregen abgefahren.“

Das Motorradfahren bei Regen sei nicht ungefährlich, die Sicht sei schlecht, die glatte Fahrbahn sei nicht zu unterschätzen.

Nach dem „Absatteln“ genossen die Biker gemütliches Beisammensein bis tief in die Nacht.

Volles Programm mit vielen Highlights – zweiter Tag

Die Unterkunft „Jugendstill“ in Hameln bot den Kurvenkratzern eine geruhsame Nacht, sodass die Gruppe am Morgen in das sorgfältig zusammenstellte Programm starten konnte. Besser gesagt: die Gruppen. „Bei den Touren am Samstag teilen wir uns in kleine Gruppen, die sich je nach Fahrstil passend zusammenfinden“, erklärt Volker Ehlers. „An den Treff- und Pausenpunkten treffen wir uns dann wieder und tauschen uns aus.“

An einer Besichtigung der berühmten Burg Schaumburg kam natürlich niemand vorbei. „Sollte man sich angucken“, empfiehlt Volker Ehlers. „Diese schöne alte Burg bietet außerdem einen wunderbaren Ausblick von ihrer Plattform aus.“

Bikertreff „par excellence“

Bikercafé „Die Kurve“

„Der Bikertreff „Die Kurve“ ist ein Bikercafé par excellence in Extertal“, sagt Ehlers. Ein weiterer Treff sei der „Köterberg“ sagt er und empfiehlt, von dort unbedingt einen Blick über das Dreiländereck von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen zu werfen. Mit fast 500 Metern über Normalnull, sei er „der „Brocken“ im Weserbergland und biete einen herrlichen Weitblick bei schönem Wetter.

 

Mit dem Rattenfänger von Hameln unterwegs

Am Nachmittag versammelten sich die Ausflügler wieder in ihrer Hamelner Unterkunft, um gleich wieder aufzubrechen: zu einer Stadtführung mit dem „Rattenfänger“. Bunt und fröhlich zog dieser durch die Hamelner Straßen – diesmal mit Bikern statt Kindern – und erzählte den Zuhörern seine und die bewegte Geschichte der Stadt.

„Das Weserbergland ist eine echte Alternative zum Harz“, resümiert Ehlers. Hier gebe es wenig Straßenverkehr, diverse Tourenmöglichkeiten und das Gebiet sei in rund fünf Stunden von Kiel aus erreichbar.

„Wir sind schon öfter im Weserbergland unterwegs gewesen und auch diesmal wieder begeistert, wie wenig vierrädrige Fahrzeuge auf dieser Strecke waren – gefühlt waren es mehr Motorräder.“ (eli)

Kontakt zu den „Kieler Kurvenkratzern“ über kieler-kurvenkratzer@web.de.