Mehr Ordnung und Sauberkeit am Strand

Neben Mobiltoiletten und mehr Mülleimern gibt es jetzt auch ein Badeverbot wegen Verletzungsgefahr in einem Teilbereich. Foto: LH Kiel / Arne Gloy

Mit Toiletten, Mülleimern und neuen Regeln reagiert die Stadt auf die stark gestiegene Besucherzahl in Hasselfelde

Kiel. Seit wenigen Tagen stehen am Strand Hasselfelde drei mobile Toiletten und mehr Mülleimer als vorher. Der ABK sammelt dort jetzt täglich Müll. Damit hat die Stadt auf den hitzebedingten Ansturm von Badenden reagiert. Am Strand Hasselfelde ist das Baden in der Förde ausdrücklich erlaubt, aber eine offizielle Badestelle der Stadt Kiel ist Hasselfelde streng rechtlich gesehen trotzdem nicht. Eher war der kleine Strand direkt neben dem Gemeinschaftskraftwerk Dietrichsdorf immer schon ein bisschen wild: Im Wasser und am Ufer liegen vereinzelt alte Betontrümmer und Stahlreste. Hin und wieder hinterließen Partygruppen ihren Müll, Hundebesitzer tollten mit ihren Tieren im Wasser, und wer eine Toilette suchte, konnte allerhöchstens hoffen, ausnahmsweise mal das WC in der nahegelegenen DLRG-Geschäftsstelle benutzen zu dürfen. Solange Hasselfelde noch ein Geheimtipp war, schienen das alles keine nennenswerten Probleme zu sein. Doch die Hitze dieses Sommers hat für einen solchen Besucheransturm gesorgt, dass die Schwachstellen des Strandes zu Problemen wurden: Die Zufahrten wurden so zugeparkt, dass auch Rettungsfahrzeuge behindert worden wären, die wenigen Mülleimer reichten nicht mehr, und die DLRG sperrte ihr Klo wegen zu großen Andrangs für die Öffentlichkeit. Forderungen wurden laut, die Stadt Kiel möge sich besser um ihren Strand kümmern. Doch das ist nicht ganz so einfach. Würde die Stadt den kleinen Strand durch einen Antrag beim Hafen- und Schifffahrtsamt sowie beim Innenministerium zu einer weiteren ganz offiziellen Badestelle machen, müsste dafür der Bereich auf Kampfmittel und andere Altlasten untersucht und gegebenenfalls davon befreit werden. Die Stadt müsste Parkplätze und Toiletten bauen, Rettungswege sicherstellen und für eine Badaufsicht und regelmäßige Wasserkontrollen sorgen. Außerdem unterliegt der Strand Hasselfelde dem besonderen Schutz des Landesnaturschutzgesetzes, weil der Bereich als Ausgleichsfläche gilt und sich dort geschützte Biotope befinden.

Anfang Juli hat die Kieler Ratsversammlung einen Kompromiss beschlossen, der vorsieht, bis zur nächsten Saison ein Konzept zu entwickeln, um den Strand zu einem Naherholungsgebiet aufzuwerten. Bis dahin hat die Stadt Kiel erstmal so etwas wie Sofortmaßnahmen unternommen, um die akuten Probleme am Strand zu entschärfen. Neben Mobiltoiletten am Ende der Straße Zum Kesselort nahe dem Pförtnerhäuschen sowie dem hinteren Zugang zum Strand und verstärkter Müllentsorgung gehören dazu auch eine ganze Menge Findlinge, die das Parken auf die Bereiche beschränkt, in denen es erlaubt ist. Außerdem gilt in der Straße Zum Kesselort auf der strandnahen Seite zukünftig ein Halteverbot. Wer kann, sollte mit Bus oder Fahrrad an den Strand fahren.

Taucher haben das Badewasser untersucht und mit Bojen einen Bereich markiert, in dem scharfkantige Strukturen ein Riff bilden. Wegen hoher Verletzungsgefahr gilt in diesem Bereich ein Badeverbot – Schilder weisen darauf hin. Darüber hinaus weist die Stadt darauf hin, dass am „halboffiziellen“ Strand Hasselfelde die gleichen Benimmregeln gelten wie an anderen, ganz offiziellen Badestränden: Grillen und offene Feuerstellen sind dort verboten. Und Hunde dürfen zwischen dem 31. März und dem 1. November zwar an der Leine über den Strand geführt werden, aber nicht beim Baden und Spielen am Strand dabei sein. Kst