Mehr lernen, als die Schule hergibt – Enrichment-Programm in Plön geht über den normalen Unterricht hinaus

Der Roboter von Tobias Mierse (14 Jahre) reagiert auf Handbewegungen und lässt sich damit steuern. Foto: hms

Preetz. Von Schulmüdigkeit ist bei den rund 150 Kindern und Jugendlichen aus dem Kreis Plön, die am Enrichment-Programm für besonders begabte Schüler teilgenommen haben, nichts zu merken. Zusätzlich zu ihrem Unterricht haben sie in insgesamt 18 Kursen ein Jahr lang intensiv geforscht und kreativ gearbeitet.

Die Ergebnisse konnte die Öffentlichkeit vergangene Woche am Preetzer Friedrich-Schiller-Gymnasium (FSG) bestaunen. Gleich bei der Bühnenshow gab es mit dem von den Teilnehmern der Kreativwerkstatt Musik unter der Leitung der Opernsängerin Anja Eva Kreutzfeldt selbst getexteten, komponierten und natürlich auch präsentierten Song „Auszeit“ das erste akustische Highlight. Beim anschließenden Rundgang durch die zu Ausstellungsräumen umfunktionierten Klassenzimmer offenbarte sich die Themenvielfalt des Programms.

Im Kursus „Internationale Konfliktanalyse und Terrorismus“ ging es, ganz aktuell, um den Syrienkonflikt. „Ich habe natürlich in den Nachrichten immer mal wieder die ein oder andere Meinung dazu gehört“, berichtet Tom Beier, „aber nachdem wir uns mit den Akteuren und deren Geschichte und Ziele beschäftigt haben, kann ich die Medienbeiträge jetzt besser bewerten.“ Bei den „jungen Forschern“ stand dagegen das alte Ägypten im Vordergrund. „Wir haben alles, was man in einem ägyptischen Grab so finden kann, versucht selber zu machen“, so Lukas Fahrenkrog.

Selbermachen war auch die Devise im Robotik-Kursus. Entstanden sind Roboter, die der Helligkeit ausweichen oder „wie durch Zauberhand“ gesteuert werden. Ihre Kreativität konnten die Schüler unter anderem bei der bildnerischen Gestaltung eines Märchenbuches oder beim Schreiben von Kurzprosatexten ausleben.

„Wir testen keinen auf Hochbegabung, aber die Kurse sind schon für Schüler gedacht, die im Unterricht durch ihre Leistungen, Originalität und Kreativität oder durch ihre Fähigkeit zum vernetzten Denken auffallen“, erklärt die Schulleiterin des FSG und Vorsitzende des Enrichment-Verbundes Plön, Dr. Anja Grabowski. Die von den Lehrern für das Programm vorgeschlagenen Schüler können sich selbst aussuchen, ob und an welchem Kursus sie teilnehmen.

In den Kursen treffen dann Schüler verschiedener Schulen des Kreises mit den gleichen Interessen aufeinander. Wie gut das Enrichment-Programm von allen Beteiligten – Lehrern, Schülern, Kursleitern und Sponsoren – angenommen wird, zeigt die Entwicklung in den vergangenen Jahren. Von anfänglich fünf Kursen mit insgesamt 34 Teilnehmern hat sich die Zahl der Kurse und der Teilnehmer im dritten Jahr des Programms in etwa vervierfacht. hms