Matinee zum Handball-Wunder

Jewgeni Tschernyschew (links) setzt im Finale zum Wurf an, den Joachim Deckarm versucht zu blocken. Von rechts schauen seine Teamkollegen Kurt Klühspies, Heiner Brand und Arno Ehret zu. FOTO: HFR

Talk und Filmausschnitte des WM-Endspiels gegen die Sowjetunion im Studio Filmtheater

Kiel. Der 5. Februar 1978, der Tag des Gewinns des Weltmeistertitels, ist das wichtigste Datum in der Geschichte des deutschen Handballs. So beginnt das lesenswerte Buch „Mythos ’78“ von Erik Eggers, das gerade erschienen ist. Der Journalist und Historiker hat rund ein Jahr recherchiert, Beteiligte wie den damaligen Bundestrainer Vlado Stenzel oder Spieler wie Heiner Brand, Kurt Klühspies, Manfred Hofmann und Horst Spengler besucht. Auf 176 Seiten schildert Eggers den Aufstieg der Nationalmannschaft, nachdem Stenzel, 1972 in München als Trainer mit Jugoslawien Olympiasieger, 1974 im Anschluss an das deutsche WM-Desaster Bundestrainer geworden war. Eggers beschreibt beispielsweise die beiden legendären Duelle mit der favorisierten Weltklassemannschaft der DDR in der Olympia-Qualifikation für Montreal 1976 inklusive der finalen Siebenmeter-Heldentat von Torhüter Hofmann oder das Handballturnier in Montreal, in dem die DHB-Auswahl mit Platz vier ihren Aufschwung fortsetzte. Die Spiele gegen die DDR sowie das olympische Turnier gelten rückblickend als Meilensteine auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 1978 in Dänemark, wo das junge deutsche Team im Finale die Sowjetunion, den haushohen Favoriten, mit 20:19 entzauberte.
Am 19. November um 11 Uhr bitten die Kieler Nachrichten zu einem „KN-Talk“ unter dem Motto „Mythos ’78“. Im Studio Filmtheater werden neben Autor Erik Eggers auch Gerd Welz, Ex-Nationalspieler und Trainer des THW Kiel, sowie Heinz Jacobsen Gäste von Moderator Gerhard Müller sein. Jacobsen hatte 1974 als DHB-Spielwart im Präsidium gegen Widerstände durchgesetzt, dass Vlado Stenzel als Bundestrainer zur Wahl stehen durfte, die dann mit einer Stimme Mehrheit hauchdünn zu dessen Gunsten ausfiel. Als „Teammanager“ der Nationalmannschaft erlebte der spätere THW-Manager Jacobsen die WM hautnah mit. Während des „KN-Talks“ werden zudem von der damaligen Fernsehübertragung rund 30 Minuten aus der ersten und zweiten Halbzeit gezeigt. gmü
Karten für diese Handball-Matinee gibt es ab sofort für 5 Euro im Studio Filmtheater, Wilhelminenstraße 10 in Kiel und in der Kundenhalle der Kieler Nachrichten am Asmus-Bremer-Platz. Der Erlös der Veranstaltung fließt an die Stiftung Kieler Sporthilfe und den Joachim-Deckarm-Fonds.