Make-up macht die Nixe wieder flott

Die Kieler Restauratorin Manuela von Gradolewski bringt die verwitterte Nixen-Skulptur im Eckernförder Kurpark wieder in Schuss. FOTO: BUD

Eckernförde. Der Lack ist so langsam ab: Deshalb erhält die Nixe im Eckernförder Kurpark eine Schönheitskur.

Restauratorin Manuela von Gradolewski bringt die überdimensionierte Dame mit Fischschwanz rechtzeitig zur Badesaison wieder in Schuss. Seit Ende Mai werkelt die 35-Jährige an der Figurengruppe „Schwimmübungen“ des Bildhauers Martin Wolke, zu der auch ein Jüngling mit verdrehtem Kopf gehört, der neben der Nixe steht und aufs Meer schaut.

„Ich behebe in den nächsten Wochen die Schäden und werte die Plastiken ästhetisch wieder auf“, erklärt Manuela von Gradolewski, die von der Stadt Eckernförde mit der Arbeit beauftragt wurde. Regen und Wind, Frost und Sonne haben die 15 Jahre alte Skulptur aus Kunststein, einem modifizierten Gipssystem, verwittert. Eine Rolle spielte auch die Nähe zur Ostsee mit dem salzigen Klima. Ein Blick auf das kaputte Kinn der Nixe spricht Bände.

„Die oberste Schicht ist schon abgeplatzt“, so die Kielerin. Die früher rosig-glatte Haut ist nun rau. Einige Stellen sind mit Moos, Flechten und Schmutz überzogen. „In die Risse ist Wasser eingedrungen“, sagte die Restauratorin. Jetzt ist die Nixe stellenweise aufgedunsen. Für das „Lifting“ benötigt die Fachfrau unter anderem Skalpell, Spachtel und Spritze. Kunstharz dient als Kleber. Risse und kaputte Stellen verschließt die Kielerin wieder mit Kunststein.

„Bei der Reinigung muss man ganz vorsichtig sein, damit dass Material keinen Schaden nimmt“, so von Gradolewski. Sie arbeite in Abstimmung mit Künstler Wolke. Der Bildhauer schuf übrigens auch die „Reisenden Riesen im Wind“ vor dem Bahnhof in Westerland auf Sylt. Unterdessen stößt die Schönheitskur im Eckernförder Kurpark durchaus auf Zustimmung.

Immer wieder bleiben Passanten stehen, um die Restauratorin bei der Arbeit zu beobachten. „Ich wollte schon eine Bürste für die Nixe mitbringen“, scherzte eine Spaziergängerin, die auf einer Bank sitzend gern auf die Dame mit Fischschwanz und den Jüngling mit dem verdrehten Kopf blickt. (bud)