Luthers Norden auf Schloss Gottorf

Noch bis zum 28. Januar des nächsten Jahres ist die Ausstellung „Luthers Norden“ im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte auf Schloss Gottorf zu sehen. FOTOS: LANDESMUSEUM SCHLOSS GOTTORF

Schleswig. Seit Oktober zeigt das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte auf Schloss Gottorf „Luthers Norden“, die große Schau zweier Landesmussen zum Reformationsjubiläum. Denn auch wenn Luther selbst nie im Norden weilte, entwickelten seine Ideen dort eine besondere Dynamik.

Fast alle Gebiete im Norden und rings um die Ostsee schlossen sich der Reformation an. Damit entstand das größte lutherisch geschlossene Gebiet Europas. Die Ausstellung „Luthers Norden“ zeigt die Wege, Personen und entscheidenden Stationen der Ausbreitung und Festigung des neuen Glaubens: in Dänemark, Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Pommern. Sie verdeutlicht die einschneidenden politischen und sozialen Änderungen, die dies mit sich brachte: von der Kunst bis hin zum Schulbesuch. Die Ausstellung ist noch bis 28. Januar 2018 auf Schloss Gottorf in Schleswig zu sehen. Schon jetzt geht es aber im Schloss auf einen „Parcours der Reformation“. Der blaue Nordpfeil weist den Weg zu den 23 verschiedenen Kunstwerken der Dauerausstellung, die grundlegende Aspekte und kulturelle Folgen der Reformation veranschaulichen.

Der blaue Nordpfeil weist den Weg zum Luther-Parcours.

Auch wenn Martin Luther nie im Norden gewesen ist: In Person von Johannes Bugenhagen und durch regen Schriftverkehr mit nordeuropäischen Herrschern prägte der neue Glaube Norddeutschland und den gesamten Ostseeraum nachhaltig und entwickelte eine eigene Dynamik. Ohne den reformatorischen Eifer von Luthers Mitstreitern Johannes Bugenhagen und des dänischen Kronprinzen Christian in Hadersleben wäre im Norden nicht das größte, dauerhaft lutherische Gebiet Europas entstanden.

Fächerbezogener Ausstellungsbesuch

Auch Schüler von weiterführenden Schulen können sich fächerübergreifend auf Spurensuche in ihrer Region begeben: Herausragende Exponate machen das „Medienereignis“ Reformation und die vielfältigen Folgen für Politik, Kirche, Alltag und Schulwesen lebendig. Impulse einer kritischen Reflexion von Luthers Wirken sowie ein Ausblick bis in die Gegenwart werden gegeben. Teils komplexe Zusammenhänge werden unterhaltsam, interaktiv und lehrreich durch einen Medientisch, Lerntheken, Animationsfilme und Hörstationen erfahrbar.