Lange nicht gefackelt – Die Olympische Flamme auf dem Kieler Rathausplatz wird wieder aufgebaut

Nico Raben, Oliver Knop und Jens Koch von der Kieler Firma Gutzeit installierten die renovierten Bleche von Feuerschale und Sockel des „Vortex“.

Zuletzt war die Freiplastik „Vortex“ in der die olympische Flamme brennt, zur Renovierung ganz abgebaut. Zu den „Special Olympics“ soll sie wieder, wie im Foto zur Kieler Woche 2011, leuchten.

Kiel. Wenn am Montag, 14. Mai, in Kiel die „Special Olympics“, die nationalen Sommerspiele für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, eröffnet werden, soll auf dem Rathausmarkt auch wieder die olympische Flamme brennen. Seit wenigen Tagen wird die renovierte Freiplastik „Vortex“, in der die Flamme als meterhohe Spirale brennen wird, wieder aufgebaut. Ursprünglich wurde die vom US-amerikanischen Künstler Gary Rieveschl entworfene Plastik 1972 anlässlich der Olympischen Spiele in Kiel auf dem Kieler Rathausmarkt aufgestellt: Während die eigentliche olympische Fackel außerhalb im Segelhafen in Schilksee brannte, übertrug die Feuersäule auf dem Rathausplatz quasi den olympischen Gedanken auf die Innenstadt. Nach den Olympischen Spielen brannte die Flamme nur noch selten. Vielen Passanten war die eigentliche Funktion der gläsernen Säule längst nicht mehr klar. Touristen begannen wie in einen Wunschbrunnen, Geldstücke durch die seitlichen Schlitze im gläsernen Aufbau ins Innere zu werfen, wo sie vor sich hin rosteten. Erst seit 2008 schraubte sich die Flammensäule zu Olympischen und Paralympischen Spielen und jeweils während der Kieler Woche wieder in die Höhe. Doch die Technik im Inneren alterte ebenso wie das äußere Erscheinungsbild des „Vortex“ weiter, und 2016 war Schluss: Während der Sommerspiele in Rio de Janeiro in diesem Jahr konnte die inzwischen defekte Technik nicht mehr gefahrlos in Betrieb genommen werden. Die Glasscheiben des achteckigen Aufbaus, die durch ihre Anordnung für das hohe Emporschrauben der Flamme verantwortlich sind, wurden abmontiert, schließlich stand der Sockel allein auf dem Rathausplatz. Dass auch der zuletzt verschwunden war, lag allerdings daran, dass die Plastik renoviert wurde. Anfang der Woche montierten Angehörige der Kieler Metallbaufirma Gutzeit den Sockel mit den neu beschichteten Metallplatten und Feuerschale. Aktuell lässt die Stadt Kiel in Richtung Rathaus eine neue Gasleitung für den Anschluss des Brenners verlegen. In Richtung Opernhaus wird außerdem ein Kabel verlegt, über das die Brenneranlage im Sockel des Vortex gesteuert wird. Nach einer förmlichen technischen Abnahme durch einen DEKRA-Prüfingenieur können dann die Gläser wieder montiert und die Flamme wieder in Betrieb genommen werden. Anfang Mai sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, und wenn am 14. Mai rund 4600 Athleten, Betreuer und Sportfans die Eröffnung der „Special Olmpics“ in Kiel feiern, wird der „Vortex“ wieder brennen. kst