Lärm machen für Inklusion – Der „Krach-Mach-Tach“

Die Macher des Krach-Mach-Tach v.l.n.r.: Dr. Ulrich Hase (Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung), Sven Picker (Landesverband SH Sozialverband Deutschland) und Friedrich Rabe (Vorsitzende des Krach-Mach-Tach) verkündeten im Landeshaus die Ausgabe 2017 (23. Juni) im Rahmen der Kieler Woche mit großer Vorfreude. FOTO: TBU

Kiel.Vor sieben Jahren rief Ulrich Hase, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung Schleswig-Holstein, den „Krach-Mach-Tach“ ins Leben.

Mittlerweile ist der lautstarke Tag, der jährlich den Gedanken der Inklusion in Erinnerung ruft, nicht nur eine Institution auf der Kieler Woche, sondern auch die größte inklusive Parade Deutschlands.

Ein Erfolg, der sogar Anfragen zur Organisation und Idee aus anderen Bundesländern nach sich zog und sicher auch daher rührt, dass die Veranstalter für jede Ausgabe an mehreren Neuerungen arbeiten. In diesem Jahr wird das THW Kiel-Maskottchen Hein Daddel den Umzug des Krach-Mach-Tach anführen, bei dem Menschen ohne und mit Behinderung für mehr Inklusion in unserer Gesellschaft trommeln.

Für Ulrich Hase fängt der Krach-Mach-Tach allerdings schon deutlich früher an, denn „das inklusive am Krach-Mach-Tach ist, das Menschen mit und ohne Behinderung schon vorher etwas zusammen tun, nämlich die sogenannten Krach-Macher bauen. Und auf der Kieler Woche sind wir dann mittendrin, wo alle anderen auch sind.“

Auch Sven Picker, stellvertretender Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland Landesverband Schleswig-Holstein e. V., hebt die Signalwirkung des Krach-Mach-Tach hervor: „Die Bundesrepublik hat sich verpflichtet die UN-Behinderten-Konvention umzusetzen. Daran wird erinnert und obendrein der Gedanke der Inklusion verinnerlicht.“

Die Streckenführung des Umzugs der Krach-Macher führt am Freitag, 23. Juni, ab 13.45 Uhr vom Wilhelmsplatz über die Eckernförder Straße und Möllingstraße, den Exerzierplatz, die Rathausstraße, über den Martens- und Lorentzendamm und den Schlossgarten bis zur Jungen Bühne im Ratsdienergarten. Dort angekommen werden die kreativsten Krachmacher prämiert. Anschließend findet der Bandcontest – um auf die Neuerungen zurückzukommen – erstmals mit bundesweiter Beteiligung statt. Etwa wird die Band Route Rockers aus München teilnehmen und NDR-Redakteur Markus Pingel moderierend durch den Nachmittag führen. Außerdem sitzt mit Sascha Jahn vom Management des Wacken Open Air ein neues Mitglied in der Jury, der mitentscheidet, wer bei der Siegerehrung die Preise in Höhe von bis zu 1000 Euro verliehen bekommt.

Das Rahmenprogramm ist ebenso stark erweitert. Der Comedian im Rollstuhl, Tan Caglar aus Hildesheim, schaut vor seiner ersten großen Deutschland-Tour im November beim Krach-Mach-Tach vorbei und ist bekannt dafür seine eigene Behinderung auf die Schippe zu nehmen. Weiter werden gehörlose Rapper wie LaRapul auftreten. Man darf also wirklich gespannt sein, wenn sich am diesem Nachmittag Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam für mehr Inklusion unüberhörbar bemerkbar machen. (tbu)

Motivierte Krach-Macher, die an der Parade teilnehmen wollen, melden sich unter Tel. 0431/9881627 oder per E-Mail an moritz.magnussen@landtag.