Kulturnacht ist ein Selbstgänger

Das Programm der Plöner Kulturnacht ist so bunt wie die Kleidung, die die Organisatoren Christof Peters (links) und Christoph Kohrt tragen – und so bunt wie der Lage- und Stundenplan, mit dem die beiden die 90 Auftritte während der Kulturnacht in einer wahren „Fummelarbeit“ genau aufeinander abstimmen. FOTO: PETER THOMS

Plön. Am Freitag, 1. September, bleibt es in der Plöner Innenstadt auch nach Ladenschluss lebendig: Die mittlerweile 17. Plöner Kulturnacht dürfte ab 18.30 Uhr wieder einige Tausend Besucher anlocken. Torben Martens und Anika Ingenkamp vom Stadtmarketing Plön sind „guter Dinge, dass wir mithilfe der Organisatoren Christof Peters und Christoph Kohrt wieder ein schönes Programm zusammengestellt haben. Alles kostenlos – die Plöner Geschäftsleute schenken ihren Kunden die kulturellen Happen“. Kohrt freut sich, dass nach einer längeren Pause das Plöner Kino wieder dabei ist (Showtanz von Schülern der Ballettschule Gaby Sayak und der Kinoklassiker Rocky Horror Picture Show zu später Stunde), und weist auf eine ganz spezielle Spielstätte hin: Rüdiger Behrens liest seine plattdeutschen Geschichten in einem kleinen Zirkuszelt auf dem Marktplatz und wird dabei von Kalli Perkuhn und Dieter Lamp unterstützt, die plattdeutsche Lieder singen werden. Damit wird erneut die Philosophie umgesetzt, dass die Plöner Kulturnacht keine große, laute Bühne braucht, wie es in den Anfangsjahren noch üblich war. Kohrt und Peters haben vielen Kleinkünstlern, die gerne in Plön aufgetreten wären, eine Absage erteilen müssen. Unter denen, die auftreten werden, seien alte Bekannte wie die kultige Weidezaunband oder die akrobatischen Madness Brothers, aber auch Darsteller, die in Plön eine persönliche Premiere haben werden, wie der aus Plön stammende Sänger und Songwriter Felix Kuhnt (Auftritt in der „Lütten Schatulle“), das Symphonische Orchester Plön (Gemeindesaal Markt 26) oder Jörn Hinrichsen (liest aus seinem Krimi Gib Gas im Fitnesscenter „Fit foreva“, Am Lübschen Tor 3). Ansonsten gilt: „Wiederholungen sind legitim“, sagt Kohrt, „denn in den kleineren Geschäften können manchmal nur 30 Leute zuschauen. Dann sehen 90 Leute die drei Auftritte, einige tausend Kulturnacht-Besucher aber nicht.“ Kohrt freut sich, dass die Kulturnacht inzwischen ein Selbstgänger sei: „Die Künstler kommen gerne, und bei den Geschäftsleuten laufen wir offene Türen ein.“ So auch bei der Firma Freyzeichen, die mit ihrer Firma für Werbetechnik inzwischen in das Gewerbegebiet im Behler Weg umgezogen ist, aber in den alten Räumen in der Johannisstaße Gastgeber für den Buchautor Matthias Stührwoldt und die Rockmusiker von All Star Blues Reactors sein werden. Rund 40 Ensembles oder Einzeldarsteller an 31 Spielstätten zwischen dem Bahnhof und der Johannisstraße sorgen für die Qual der Wahl. Auch wenn die meisten Künstler drei Mal auftreten werden, müssen sich die Zuschauer unter 90 Programmpunkten schon gezielt etwas heraussuchen. Bis das Publikum sich entscheiden muss, haben sich Kohrt und Peters mit der Planung „gequält“: Ein überdimensionaler Lage- und Stundenplan ist übersät mit bunten Klebezetteln, die während der Vorbereitungen zur Kulturnacht noch oft hin- und herwandern. Eine wahre „Fummelarbeit“, wie Kohrt sagt, aber „wir wollen zum Beispiel verhindern, dass während einer Lesung zur gleichen Zeit direkt gegenüber oder daneben eine laute Band spielt.“