Kritische Gespräche über Literatur

Helga Brehr (links) und Gerd Schäfersküpper (rechts) von der „Autorengruppe BuchEckern“ beraten Dr. Heiner Mehl (Mitte) bei einem seiner Werke. FOTO: MKS

Eckernförde. Wenn Autoren sich zusammensetzen, um über ihre Werke zu sprechen, erwarten viele divenhaftes Verhalten und beleidigte Mienen. Ganz anders läuft das bei der „Autorengruppe BuchEckern“. Einmal im Monat treffen sich die zehn Mitglieder und sprechen über Novellen, Gedichte und alle möglichen literarischen Werke. „Es werden auch mal Dichter und Denker vorgestellt“, erklärte Helga Brehr. Im Zentrum steht die eigenen Fähigkeiten zu verbessern. „Doch wir sind auch toleranter geworden, was andere Schreibstile angeht“, betonte Dr. Heiner Mehr, auf dessen Initiative die „Autorengruppe BuchEckern“ ins Leben gerufen wurden. Hier treffen sich nicht nur Schriftsteller, sondern jeder, der schreibt ist willkommen. So diskutiert der Dichter Oluf Castagne mit der Journalistin Sylvia Meisner-Zimmermann über ihre Berichte spricht und sie im Gegenzug Ideen für Gedichte liefert. Man hilft sich bei den „BuchEckern“. Dazu gehört auch, dass alles, worüber bei den Treffen gesprochen wird, den Raum nicht verlässt. „Teilweise werden hier auch sehr persönliche Erfahrungen geteilt. Das muss unter uns bleiben“, erklärte Silvia Luise Wöhlk. Die Autorengruppe ist kein eingetragener Verein und möchte das auch gar nicht werden. Es geht um Fortbildung im Freundeskreis. „Wir machen auch gerne Schreibübungen“, erklärte Wöhlk. So wirft ein Mitglied ein Wort in den Raum und dazu muss ein literarisches Werk entstehen. Ob nun ein Gedicht, eine Kurzgeschichte oder eine Novelle ist egal. Auch werden bei jeden Treffen mitgebrachte Arbeiten vorgetragen und diskutiert. „man muss kritikfähig sein“, betonte Helga Brehr. Die Kritik bleibt zwar fair, ist aber trotzdem hart. Die bunte Gruppe bietet viele unterschiedliche Blicke auf Texte und kann so neue Blickwinkel eröffnen. Am Ende ist der Autor jedoch frei, ob er die Kritik annimmt und die Vorschläge in seine Werke einbaut oder es sein lässt. „Wer hier nur hören will, wie toll sein Text ist, der ist komplett falsch“, betonte Silvia Luise Wöhlk. Trotzdem verstehen sich die Mitglieder persönlich sehr gut. Rivalitäten gibt es nicht. „So etwas brauchen wir hier auch nicht“, sagte Wöhlk. Die Erfahrungen in der Autorengruppe haben jeden einzelnen besser gemacht, da sind sich alle Mitglieder einig. „Dazu gehört auch, dass man Texte anderer Gattungen viel besser annimmt als früher“, sagte Heiner Mehl. Doch nicht nur schreiben und Kritikfähigkeit werden geübt, sondern auch das Vorlesen. „Die Betonung beim Lesen ist unglaublich wichtig“, betonte Mehl. Durch die passende Betonung können zusätzliche Akzente gesetzt werden. Auch Rhetorik wird regelmäßig geprobt und angewendet. Zur Arbeit der Autorengruppe gehören auch öffentliche Auftritte. Den ersten hatte die 2011 gegründete Gruppe am 23. März 2012 in der Stadtbücherei. Seitdem hat sich die Idee verfestigt. So freuen sich alle Mitglieder schon auf den September. In dem Monat ist eine Lesung zum Thema „Hafengeschichten“ geplant. Zudem nimmt die Gruppe immer an der „Langen Nacht der Literatur“ teil.