Kritische Botschaften zu Politik und Konsum

Alexander Wagner stellt seine Bilder zur Romanfigur Martin Eden im Bunker D aus. FOTO: MAXIM BRANDT

Kiel. Von Donnerstag, 24., bis 30. August, zeigt die Galerie des Bunker-D der Fachhochschule (FH) Kiel Werke des Berliner Künstlers Alexander Wagner. Dreh- und Angelpunkt und Inspiration der aktuellen Werke des Künstlers Alexander Wagner ist eine Romanfigur. In seiner Ausstellung „Zur Rettung des Martin Eden“ bezieht sich Wagner auf den Schlüsselroman „Martin Eden“ von Jack London. Eden, ein ungebildeter, jedoch weltkluger junger Arbeiter und Seemann, versucht die Zuneigung von Ruth Morse zu gewinnen, die gesellschaftlich über ihm steht. Um ihrer würdig zu sein, beginnt Eden sich selbst zu unterrichten und zu schreiben. Sein jahrelanges Bemühen wird belohnt: Als Schriftsteller gewinnt er Anerkennung, steigt sozial auf und erobert das Herz seiner Angebeteten. Aufgrund der materialistischen Weltanschauung seiner Mitmenschen ist Eden trotz seines Erfolgs enttäuscht. „Ich widme meine Ausstellung Martin Eden und allen Menschen, die sich dieser Figur verwandt fühlen“, erklärt Alexander Wagner. Psychologie der Konflikte „In meinen Kunstwerken transportiere ich kritische Botschaften zu Politik und Konsum. Für mich haben alle politischen und menschlichen Konflikte ihren Ursprung in der menschlichen Psyche. Deshalb spielt auch die Psychologie eine gewisse Rolle in meinem Werk.“ Wagner, geboren 1976 in Astana, Kasachstan, Absolvent der Freien Kunst an der Muthesius Kunsthochschule, präsentiert Gemälde und Kurzfilme aus unterschiedlichen Schaffensperioden und einige aktuelle Arbeiten. In seinem Zyklus „Organoiden“ stellt er die Frage, was hinter dem schwarzen Quadrat von Malewitsch möglich ist. „Pseudovideoclips“ Das spiegelt seine synästhetische Wahrnehmung der Welt wider, die er als organische Formen visualisiert. Andere Werke zeigen die Dichotomie und Diskrepanz dieser Welt, daneben gibt es Kurzfilme zu sehen, die Wagner als Pseudovideoclips bezeichnet. Die Vernissage am Donnerstag, 24. August, beginnt um 18 Uhr. Im Anschluss daran besteht um 20.30 Uhr die Möglichkeit, im Rahmen eines Campus-Kunst-Rundgangs die Sonderausstellung „In der Schwebe“ von Wolfi Defant im Audimax der FH Kiel zu besuchen. „Zur Rettung des Martin Eden“ ist im Rahmen der Museumsnacht am Freitag, 25. August, von 19 bis 24 Uhr geöffnet. Die Finissage findet am Mittwoch, 30. August, um 18 Uhr statt.  ke