Kreis Plön ermöglicht an seinen Schulen Breitbandversorgung für digitalen Unterricht

Röhl, Maroses, Ladwig, Jagusch, Peetz und Emma Torsten Röhl (v.li.) und Emma erklärten Landrätin Stephanie Ladwig und den Kreistagsabgeordneten Norbert Maroses, André Jagusch und Tade Peetz die Arbeit mit einem 3D-Drucker. (Foto: hop)

Preetz. Die Digitalisierung des Unterrichts an den Schulen des Kreises Plön startet mit dem Beginn des zweiten Schulhalbjahres am 30. Januar. Landrätin Stephanie Ladwig gab im Friedrich-Schiller-Gymnasium (FSG) in Preetz den Startschuss für die schnelle Datenverbindung.

„Die Entscheidung des Plöner Kreistages, die Schulen in der Trägerschaft des Kreises Plön mit einem Glasfaseranschluss auszustatten ermöglicht einen Quantensprung für die Bildungsmöglichkeiten im digitalen Zeitalter“, sagte Ladwig. Moderne Informations- und Kommunikationstechniken bedürfen eines schnellen Internets, der digitale Unterricht sei mangels Breitbandversorgung bisher nur eingeschränkt möglich gewesen. Schulleiterin Anja Grabowski freute sich über die unendlichen Möglichkeiten der Turbogeschwindigkeit im Internet. Mehrere Lerngruppen können sich nun gleichzeitig im Netz bewege, das Herunterladen von Inhalten dauert nicht mehr eine Dreiviertelstunde, sondern nur noch Sekunden. Hausaufgaben können online hin- und hergeschickt werden, die gemeinsame Projektarbeit mit anderen Schulen werde erleichtert und alte Karten und Modelle würden durch Anschauungsmaterial aus dem Internet ersetzt werden, so Grabowski.

Für Dr. Torsten Röhl revolutioniert der Glasfaseranschluss „die ganze Art, wie wir hier arbeiten können“. Der Informatiklehrer betreut die Mikrocontroller- und Mechanik-Werkstatt. Hier haben Schüler die Möglichkeit, Gegenstände am Computer zu konzipieren, zu programmieren, um sie schließlich in 3D auszudrucken. „Das Konstruieren am Rechner und die Programmierung der Elektronik erfordern das Internet“, erklärte Röhl, „Videotutorials anschauen, Quellcodes oder Software runterladen hat bisher bei Bandbreiten zwischen 2 und 6 Mbit/s Stunden gedauert. Dank der 200 Mbit/s ist mit einem Klick alles da.“ Das FSG ist Vorreiter im Aufbau eines FabLabs (Fabrikationslabor) – dazu fehlen nur noch eine CNS-Fräse und ein Laser Plotter. Dann wäre das Preetzer Gymnasium die erste Schule in Deutschland die in einem derartigen Hightechlabor moderne industrielle Produktionsverfahren für Einzelstücke ermöglicht. Sogar in ihrer Freizeit säßen die Schüler an ihren Projekten, so Röhl. Ergebnisse ihres Fleißes sind Miniroboter, Virtual-Reality-Brillen, Computer-Algebra-Systeme, der Bau und Betrieb einer Roboterhand oder auch Handyhüllen.“ Röhl lacht: „Die Mädchen drucken sich Schuhe aus, die sind aber etwas unbequem.“

Der Kreis Plön hat 242.000 Euro in die Hand genommen, um die kreiseigenen Schulen mit dem schnellen Internet bis ins Klassenzimmer zu versorgen. Mit dabei sind neben dem FSG in Preetz: Gymnasium Schloss Plön, Heinrich-Heine-Schule in Heikendorf, Gymnasium und Gemeinschaftsschule im Hoffmann-von Fallersleben Schulzentrum in Lütjenburg sowie die drei Standorte des Regionalen Berufsbildungszentrum des Kreises Plön.