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Können Tiere wirklich trauern?

Foto: Pixabay

Die Geschichte des argentinischen Hundes Bobby, der kilometerweit lief, um sich neben das Grab seines verstorbenen Frauchens zu legen, ging 2017 um die Welt.

Es schien ein Paradebeispiel dafür zu sein, dass Hunde ihrem Menschen über den Tod hinaus treu sind und Trauer empfinden. Aber ist das so? Können Tiere wirklich trauern? Darüber sind sich Forscher und Wissenschaftler seit Jahrzehnten uneins.

Tiere können kein Mitleid empfinden, Trauer allerdings schon

US-amerikanische Wissenschaftler wollen ein Trauerverhalten bereits bei Elefanten, Menschenaffen und Delfinen beobachtet haben. Elefanten, die nach dem Tod einer Gefährtin an deren Leichnam wachen und versuchen, sie von den Toten zu erwecken, sind nur ein Beispiel. Bei Affen und Delfinen ist es nicht unüblich, dass sie ihr verstorbenes Baby oft noch tagelang bei sich tragen – eine Form der Trauerbewältigung und des Totenkults? Vielleicht.

Andererseits wird immer wieder der Vorwurf laut, der Mensch würde seine Emotionen auf die Tiere übertragen – die könnten gar nicht so empfinden. Einig ist man sich, dass eine dafür wichtige Gabe den meisten Tieren fehlt: Selbstreflexion. Die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und so Mitgefühl zu erleben. Mitleid können Tiere nicht empfinden. Trauer als Empfinden von Unsicherheit hingegen schon. So reagieren Tiere durchaus, wenn sie Verluste erleben. Biochemisch lässt sich dann im Blut nachweisen, dass Hund, Katze und sogar Meerschweinchen hormonelle Veränderungen aufweisen – sie befinden sich in Stresssituationen. Kein Wunder: Mit dem Tod des Herrchens oder des Spielkameraden verändert sich das gewohnte Umfeld, Unsicherheit und die Angst vor weiteren Veränderungen macht sich breit.

Katzen verarbeiten Verluste schneller als Hunde

Katzen verarbeiten Verluste dabei schneller als Hunde: Oft drücken sie ihre Trauer durch Appetitlosigkeit aus, wollen nicht mehr angefasst werden und reagieren teilweise aggressiv. Ein Zustand, der sich laut Erfahrungswerten von Verhaltensforschern meist in sechs Wochen relativiert.

Hunde hingegen brauchen sehr viel länger, um den Tod eines Spielgefährten oder eines Menschen zu verkraften. So emotional sie ihre Freude in guten Zeiten ausleben, so tragisch ist für sie auch ein Verlust. Sie verlieren Fell, essen nichts, haben keine Spielfreude mehr und ziehen sich komplett zurück. Dieses Verhalten kann sich über Jahre hinweg halten.