Kleine Juroren – Wahre Experten – Grundschüler bewerteten Kinderbücher für die Vergabe der ersten „Kieler Lesesprotte“

Sie wollen beim 5. Büchereitag im Sophienhof am 21. April das Buch ins Rampenlicht stellen (v. li.): Jörg Bercher (PSD-Bank), Thomas Hertwig (Mentor-Kiel), Reinhardt Specht (Büchereiverein Suchsdorf), Peter Schümann (Förderverein), Janine Heuck und Lorena Becker (beide Sophienhof) sowei Jens Braun (P&C).

Kiel. Deutsche Kinderbuchautoren schauen gebannt nach Kiel. In der Landeshauptstadt wird am Sonnabend, 21. April, die erste „Kieler Lesesprotte“ verliehen. Ein außergewöhnlicher Buchpreis, bei dem ausschließlich die jungen Leser das Sagen haben. Vergeben wird der Preis während des Büchereitages im Sophienhof.

Na endlich! Was wissen Erwachsene schon, was Kinder lesen wollen. Deshalb war gleich von Anfang an klar, dass Grundschulkinder die viel besseren Jurymitglieder für diesen ersten Kieler Buchpreis sind. In den vergangenen Monaten hatten sich insgesamt 111 Jungen und Mädchen aus 22 Kieler Grundschulen durch die eingereichten Bücher gelesen. Sie fieberten mit dem zehnjährigen Paul mit, der in der Schule von Matze Motzmann gemobbt wird und zum Glück auf dem Schulklo die Berufsfee Elvira Meier trifft. Sie begaben sich in der Schnüfflergasse, in der jede Menge Detektive leben, mit auf Verbrecherjagd. Sie lernten die Liste mit Mutproben oder die heldenhafte Ninja-Bande kennen und hatten ihren Spaß im Hirschkäfer-Grill, dem Lieblingstreffpunkt aller Insekten im Wald.

„Unsere junge Jury hat uns zum Schluss 415 Bewertungen eingereicht“, erzählt Peter Schümann (67) vom Förderverein Stadtteilbücherei Neumühlen-Dietrichsdorf. „Das ist ein unglaublich tolles Ergebnis.“ Der Organisator, der selbst als Knirps „Die Kinder von Bullerbü“ und „Winnetou“ verschlungen hat, weiß auch schon, welches von den Kinderbüchern gewonnen hat. Verraten wird aber natürlich noch nichts. Nur, dass der Autor oder die Autorin beim Büchereitag den eigens vom Kieler Künstler Franny Petersen-Storck entworfenen „Lesesprotten“-Preis aus Glas persönlich entgegennehmen wird. Übrigens hatten rund 30 Kinderbuchverlage, als sie vom Kieler Preis hörten, hocherfreut insgesamt 85 Neuerscheinungen eingereicht. 20 davon kamen in die engere Auswahl.

Doch nicht nur der neue Jugendbuchpreis wird am Büchereitag im Sophienhof von 10 bis 20 Uhr für Unterhaltung sorgen. Die Initiatoren (Förderverein Neumühlen-Dietrichsdorf, Büchereiverein Suchsdorf, Kinderbücherei Schützenpark, Kieler Kinder- und Jugendbuchpreis, Leselernhelfer von Mentor Kiel) haben unter dem Motto „Leselust“ ein pralles Programm auf die Beine gestellt, bei dem das Buch im Rampenlicht steht. So werden verschiedene Autoren wie Arne Rautenberg und Manfred Schlüter auf der Bühne für junge Leseratten in der „Quer-Passage“ lesen. Es gibt einen Bücherflohmarkt mit mehr als 12.000 Medien, ein Gewinnspiel mit Preisen im Wert von 2800 Euro und viele Urkunden für die jungen Jurymitglieder.

„Zum Glück haben wir viele Unterstützer“, freut sich Peter Schümann – unter anderem die PSD-Bank Kiel, die Investitionsbank, Peek&Cloppenburg, Stena Line, den Sophienhof oder Kiwanis. „Vor zwölf Jahren standen sechs Stadtteilbüchereien vor dem Aus. Viele, viele Ehrenamtliche konnten die Schließung verhindern. Nun freuen wir uns über jeden Tag, an dem gelesen wird.“bac

Weitere Informationen zum Büchereitag gibt es unter www.sophienhof.de