Kieler-Woche-Design 2018: „Lebensfreude und Energie“

Am vergangenen Mittwoch stellte die Jury den Gewinnerentwurf des Kieler-Woche-Plakats 2018 vor. Das comicartige Motiv von Designerin Verena Panholzer steht zugleich für ein Jubiläum. Das Kieler-Woche-Plakat wird 70. FOTO: LANDESHAUPTSTADT KIEL/ PAULA LEHMANN

Kiel. Die Kieler Woche 2018 setzt Segel – und zwar rote. Die österreichische Designerin Verena Panholzer gewann mit dem luftigen Motiv den traditionellen Designwettbewerb. Das „Markenzeichen“ der kommenden Festwoche wurde am vergangenen Mittwoch im Kieler Rathaus vorgestellt.

„Das Plakat strahlt ungeheure Lebensfreude und Energie aus, in der sich die Kieler Woche mit all ihren Aktivitäten wiederfindet“, lobte die Jury. Das comicartige Motiv in Blau, Weiß und Rot steht zugleich für ein Jubiläum: 2018 wird das Kieler-Woche-Plakat 70 Jahre alt. Die ersten Plakate 1948 und 1949 hatte noch ein städtischer Mitarbeiter gestaltet.

Für die Jury des Designwettbewerbs zeigt der Entwurf „Laute Segel in windigen Wellen“. In der Begründung heißt es, das Siegerplakat skizziere mit kräftigen schwarzen Linien das Zusammenspiel von Himmel, Meer und Booten. Und: „Der dynamische Wechsel blauer und weißer Flächen von Wind und Wellen wird mit roten Segeln rhythmisiert. Das Motiv hat nahezu lautmalerische Qualitäten, man glaubt das Tanzen der Wellen und den pfeifenden Wind zu hören.“ Formell stelle die Umsetzung eine bisher noch nicht dagewesene gestalterische Herangehensweise im Kieler-Woche-Design dar.

Die österreichische Designerin Verena Panholzer hat den Plakatwettbewerb gewonnen. FOTO: LANDESHAUPTSTADT KIEL

Die Gewinnerin Verena Panholzer ist Art Direktorin und Gründerin von „Studio Es“ – einem Studio für visuelle Kommunikation im fünften Wiener Bezirk. Außerdem engagiert sich die 37-Jährige im Vorstand des Creativ Club Austria (CCA) sowie des Vereins „100 beste Plakate“. Sie studierte an der Kunstuniversität Linz Industrial Design und am Kolleg für Grafik- und Kommunikationsdesign. Verena Panholzer war anschließend unter anderem in Berlin bei der international agierenden Werbeagentur TBWA tätig. Viele ihrer Projekte, die in ihrem eigenen Studio in Wien entstehen, wurden bereits international ausgezeichnet.

 

Seit 69 Jahren wird mit jährlich wechselnden Plakaten und anderen Werbemitteln weit über Kiel hinaus für die Fest- und Segelwoche geworben. Sich in diese 1948 begonnene Tradition einzureihen und einmal das Kieler-Woche-Design zu gestalten, ist der Traum vieler Grafikdesigner. Aber nur wenige bekommen die Chance dazu: Seit 1959 lädt Kiel von einer Jury ausgewählte Designer aus dem In- und Ausland zu dem renommierten Wettbewerb ein.

Die Teilnehmer des Wettbewerbs sind Gäste der Kieler Woche und sammeln an der Förde Eindrücke, die sie anschließend in ihre Entwürfe für das Folgejahr einfließen lassen. Erstmals wurde das Plakat der Kieler Woche 1960 durch einen solchen Einladungswettbewerb ermittelt.

In der Jury saßen vier Fachjuroren und vier Sachjuroren. Die Fachgutachter waren Prof. Bernard Stein aus Berlin (langjähriger ständiger Gutachter), Andrew Goldstein vom Karlsruher Designteam 2xGoldstein (ständige Gutachter mit einer Stimme) und Andreas Weber vom Berliner Gestalterteam Stan Hema (Wettbewerbssieger für Kieler Woche 2016) als Vertreter des Vorjahressiegers Götz Gramlich (Heidelberg) sowie Philipp Dornberger (Leiter Kieler-Woche-Büro). Ihnen saßen als Sachgutachter zur Seite: Hauke Petersen als Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Kieler Woche, Sven Christensen als Geschäftsführer der Point of Sailing Marketing GmbH, Ratsfrau Ingrid Lietzow als Vorsitzende des Aufsichtsrates der Kieler Woche Marketing GmbH und Universitätspräsident Prof. Lutz Kipp, Vorsitzender des Kultur- und Wissenschaftssenats der Landeshauptstadt Kiel. ke

Alle Plakat-Entwürfe des Design-Wettbewerbs zur Kieler Woche gibt es im Internet auf www.kieler-woche.de/design.