Kieler Ausstellung „Im Dickicht“ – Schwarz-Weiß trifft auf Farbe

Der Maler Eugen Kunkel und die Künstlerin Sara Möbius stellen vom 5. Mai bis 16. Juni in der Galerie Brennwald in der Feldstraße in Kiel aus. FOTO: KIE

Kiel. Die Werke der Künstlerin Sara Möbius und des Malers Eugen Kunkel haben auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten, die beim genaueren Betrachten aber viele Unterschiede zum Tageslicht bringen: Kohle- und Kreide-Zeichnungen hängen neben Werken aus warmen und manchmal auch düsteren Acrylfarben. Schwarz-Weiß trifft auf Farbe. Zu sehen ist diese Symbiose der Kunst vom 05. Mai bis 16. Juni 2017 in der Galerie Brennwald in der Feldstraße.

Sara Möbius hat sich nach ihrem Studium und der Arbeit im Bereich des Grafik-Designs voll und ganz der Kunst gewidmet. Ihre aktuellen Werke haben die Natur zum Thema und hier setzt sie vor allem auf Kohle und Kreide, aber auch auf Ölfarben, die sie bewusst einsetzt, um Bäume und Pflanzen naturgetreu zu zeichnen und eine neue Ästhetik auf die Leinwand zu bringen. Dass bei ihren Zeichnungen die Farbe fehlt, verneint Sara Möbius: „ Für mich ist schwarz-weiß eine Farbe, sie kann so viel beim Betrachter hervorrufen.“ Die scheinbar unberührten Natur- und Landschaftsdarstellungen kommen auf verschiedene Weisen auf die Leinwand: Linoldruck und Kaltradierungen sind zwei manuelle Verfahren, die die Künstlerin gerne nutzt und daher auch am Kompetenzzentrum „Gestalter am Handwerk“ Dozentin für Litographie und Radierung ist. Eugen Kunkels Bilder haben lange Zeit von kalten und düsteren Farben gelebt, bestechen nun aber meist durch warme Töne und eine gute Mischung aus beidem. Er nimmt sich ebenfalls die Natur und alles, was man in ihr findet, zum Thema. Der Künstler aus Greifswald malt mit Acryl auf Holz und probiert lange Zeit auf kleinen Bildern aus, was irgendwann einmal auf großen verewigt werden soll. Dabei gibt es keine kontinuierliche Richtung: „Manchmal springe ich zu Werkreihen und Themen aus vergangenen Jahren und Jahrzehnten zurück, ehe ich mich wieder aktuelleren Bildern widme.“ Das zeigt sich auch in seiner Arbeitstechnik: Sorgfältig werden nach und nach verschiedene Schichten mit Lasuren auf das Holz gebracht, wodurch erst nach einem langen Prozess die Wirkung des Bildes entsteht. Aufgewachsen ist Eugen Kunkel in der russischen Taiga und genau aus dieser Kindheitszeit zieht er seine Vorstellungen und Verbindungen zu der Natur. Die auf fast allen seinen Werken erscheinende Melancholie und Anlehnungen an die Epoche der Romantik scheint an seinem derzeitigen Wohnort zu liegen: Greifswald ist die Stadt, aus der Caspar David Friedrich kam und so schleichen sich oft Einflüsse von hinten ein, die gar nicht beabsichtigt waren. Durch den Wohnortswechsel von Leipzig nach Greifswald war Eugen Kunkel nach seinem Studium von der Großstadt abgeschnitten und musste erst wieder ein neues Thema finden. „Ich bin mit meiner Kamera, Zeichenstift und Block einfach in die Natur gegangen und fand mich in meiner alten Kindheit wieder. Alles war wieder präsent“, so der Künstler.

Wer sich bereits einen Tag vor Beginn der Ausstellung „Im Dickicht“ ein Bild von diesen beruhigenden und zugleich fesselnden Natur-Werken machen möchte, hat am 04. Mai ab 19.00 Uhr auf der Vernissage in der Galerie Brennwald die Möglichkeit dazu und ist herzlich eingeladen. kie

Galerie Brennwald, Feldstraße 133 (2. Etage), 24105 Kiel, Tel. 0431/334513, www.brennwald-galerie.de