Kein Rezept gegen dicke Luft – Ortsbeiräte informieren über Situation am Theodor-Heus-Ring

Täglich fahren über 10.0000 Autos auf dem Theodor-Heuss-Ring entlang und produzieren Abgase und Lärm. Die Verwaltung denkt nun über Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität an Kiels meist befahrener Straße nach.

Kiel. Lärm, Dreck und schlechte Luft machen den Anwohnern am Theodor-Heus-Ring schon seit Jahren zu schaffen. Doch erst vor wenigen Monaten wurde die im wahrsten Sinne des Wortes grenzwertige Situation dort in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Denn seit die Deutsche Umwelthilfe (DUH) im November 2017 wegen dauerhafter Überschreitung der Stickoxid-Grenzwerte am Theodor-Heuss-Ring Klage eingereicht hat, ist die Stadtverwaltung im Zugzwang: Möglichst schnell müssen nun Maßnahmen ergriffen werden, um die Luftqualität an Kiels meist befahrener Straße zu verbessern. Wie konkrete Maßnahmen aussehen können, darüber ließen sich nun die Ortsbeiräte Mitte und Hasse/Viehburg sowie viele interessierte Bürger von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Vertretern der Verwaltung informieren.

Für Ulf Kämpfer ist klar: Ein Fahrverbot für Diesel-Kraftfahrzeuge auf dem Theodor-Heuss-Ring ist keine Lösung. „Das wird dem Verkehr schaden und der Umwelt und der Gesundheit der Bürger nichts nützen“, so der Oberbürgermeister. Denn damit, so der OB, würden sich die Verkehre auf andere Straßen wie die Alte Lübecker Chaussee und die Hamburger Chaussee verlagern und dort die gleichen Probleme wie am Theodor-Heuss-Ring hervorrufen.

Kämpfer setzt deshalb zunächst auf kurzfristige Maßnahmen wie die Errichtung einer Emissionsschutzwand entlang der Häuserfront am Theodor-Heuss-Ring, deren Umsetzung nun geprüft werden soll. Doch der Oberbürgermeister weiß auch, dass es unmöglich sein wird, das Luft-Problem schnell und komplett zu lösen: „Wir müssen an die Quelle des Problems heran: an die Fahrzeuge selbst und an das Mobilitätsverhalten der Bürger.“

Doch daran mochte Ortsbeiratsmitglied Jochen Schulz (Grüne) trotz des vorhandenen Mobilitätsplans der Stadt Kiel nicht glauben: „Kiel ist eine autogeprägte Stadt. Wenn nun noch die A21 in die Stadt kommt, wird der Verkehr weiter zunehmen. Ich sehe den Verkehrswandel noch lange nicht“, sagte er. Der Umgang mit dem aktuellen Problem am Theodor-Heuss-Ring blieb an diesem Abend jedoch ungeklärt. kae