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Katzen erziehen – geht das überhaupt?

Katzen haben den Ruf, eigensinnig, dickköpfig und selbständig zu sein. Gerne wird gewitzelt, dass Menschen den Samtpfoten lediglich als Bedienstete oder sogenannte Dosenöffner dienen. Auch wenn man die Katzenerziehung nicht mit der Erziehung von Hunden vergleichen kann – auch ihnen kann man klar machen, was verboten und was erlaubt ist. Wir verraten Euch, was bei der Katzenerziehung wichtig ist.

Der Stubentiger ist und bleibt ein Raubtier

Natürlich ist die Hauskatze domestiziert, dennoch ist es wichtig, im Hinterkopf zu halten, dass Katzen – ebenso wie Hunde – Raubtiere sind. Deswegen sollte man sie nicht zu sehr vermenschlichen, denn am Ende tut man den Tieren nichts Gutes damit, sie nicht Tier sein zu lassen.

Lernt Euch kennen

Die Basis für eine erfolgreiche Katzenerziehung ist gegenseitiges Vertrauen. Ihr solltet deshalb viel Zeit mit Eurer Katze verbringen und ein enges Verhältnis zu ihr aufbauen. Regelmäßige Spiel- und Kuschelstunden – sofern von der Mieze erwünscht – sind dabei besonders wichtig. Je intensiver Ihr Euch mit der Katze beschäftigt, desto besser lernt Ihr die Samtpfote kennen und könnt die Erziehungsmaßnahmen an ihre speziellen Eigenheiten und Bedürfnisse anpassen.

Die Natur der Katze

Man muss sich immer vor Augen führen, dass viele Verhaltensweisen zur Natur der Katze gehören und sich nicht ohne Weiteres abtrainieren lassen. So zählt Krallenwetzen bei allen Samtpfoten zum täglichen Pflegeprogramm. Selbstverständlich müsst Ihr deshalb nicht tatenlos zusehen, wenn sich die Katze an der frisch tapezierten Wand vergreift. Ihr solltet ihr stattdessen eine Alternative aufzeigen und das angeborene Verhalten in erwünschte Bahnen lenken.

Konsequenz in der Katzenerziehung ist wichtig!

Egal wie alt ein Tier ist: Es kann in jedem Alter noch etwas lernen. Leider hält sich das Vorurteil hartnäckig, dass man älteren Tieren nichts mehr beibringen könnte und deswegen lieber ein Kitten aufnehmen sollte. Egal in welchem Alter: Wichtig ist Konsequenz! Wenn Ihr Eurer Katze anfangs erlaubt, auf den Esstisch zu springen, wird sie nicht verstehen, warum Ihr es Euch nach drei Monaten plötzlich anders überlegt habt. Wenn Ihr von Anfang an alle Regeln konsequent durchsetzt, vereinfacht das die Erziehung enorm.

Kratzbaum statt Sofa

Wohnungskatzen kratzen nicht nur am Sofa, weil sie ihre Krallen schärfen und abgestorbene Hornhaut entfernen wollen. Es ist auch eine Form, das Möbelstück zu markieren. Es ist wichtig, der Katze genügend Kratzmöglichkeiten aufzustellen, an denen Mieze „ganz legal“ ihrem Bedürfnis, die Krallen zu schärfen, nachgehen kann.

Der Beutetrieb

Wie oben bereits erwähnt: Katzen sind und bleiben Raubtiere und haben dementsprechend auch einen Beutetrieb. Dabei ist wichtig: Beute ist, was sich wie Beute verhält. Sollte Eure Katze also beispielsweise Eure Füße unter der Decke angreifen, zieht diese nicht zurück, sondern nehmt die Katze zur Seite. Wenn nichts mehr hilft und Euer Liebling Euch den Schlaf raubt, gibt es zur Not Bettverbot. In der Regel sollten die Katzen aber schnell verstehen, dass Eure Füße keine Beute sind.

Schnelles und richtiges Handeln

Wenn Ihr Eurer Katze unerwünschtes Verhalten abtrainieren möchtet, ist schnelles Handeln Pflicht. So merkt sie sofort, dass Ihr wachsam seid und ihr nichts durchgehen lasst. Außerdem könnt Ihr Missverständnissen vorbeugen: Wer seine Katze zu spät tadelt, muss nämlich damit rechnen, dass sie nicht genau zuordnen kann, was sie nun eigentlich falsch gemacht hat und deshalb die falschen Schlüsse zieht. Außerdem ist es wichtig, dass Ihr der Katze klar macht, was für Euch unerwünschtes Verhalten ist. Knabbert oder zwickt die Katze also beispielsweise in Euren Arm, macht deutlich, dass Ihr dies nicht wollt und seid ernst dabei.

Wichtig: Verbale und körperliche Gewalt ist in der Katzenerziehung – und auch im Umgang mit jedem anderen Tier – absolut tabu! Wenn Ihr Eure Katze beim kleinsten Vergehen anschreit und gegebenenfalls sogar handgreiflich werdet, müsst Ihr Euch nicht wundern, wenn die Katze jegliches Vertrauen verliert. Gewalttätige Handlungen können das Verhältnis zwischen Mensch und Tier stark belasten und bei der Katze Angstzustände oder aggressives Verhalten auslösen. Ein liebevoller Umgang und viel Geduld sind die Grundlagen für eine erfolgreiche Katzenerziehung.