Jubiläum: 25 Jahre AWR

Das Team der AWR blickt zuversichtlich in die Zukunft der Entsorgungswirtschaft. FOTO: HFR

Rendsburg. Die Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) feiert in diesem Jahr ein besonders Jubiläum: Sie blickt auf 25 erfolgreiche Jahre Tätigkeit in ihrem Kreisgebiet zurück.

Nur wenige Wirtschaftszweige haben sich im Laufe der Zeit so gewandelt wie die Entsorgungswirtschaft. Bis weit in die 1950er-Jahre produzierten vor allem die Privathaushalte auf dem Lande kaum Müll: Essensreste fraß das Vieh, die Kleider wurden geflickt, kaputte Geräte wurden repariert und recycelt. Doch mit dem wirtschaftlichen Aufschwung wuchs auch die Bedeutung privater Konsumgüter und es bildete sich der Begriff der Wegwerfgesellschaft. Und obwohl das Umweltbewusstsein der Bevölkerung in den späten 80er Jahren wieder zunahm, war Anfang 1993, mit der Gründung der AWR, das Trennen von Müll noch ein geradezu revolutionärer Gedanke.

Der Ursprung

Heute sind die Begriffe Wiederverwendung, Recycling und jüngst sogar Upcycling nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken und nicht nur die AWR, die gesamte deutsche Abfallwirtschaft hat sich von einer Abfallbeseitigung zu einer dynamischen Ressourcenwirtschaft entwickelt. Aus der Vision eines Abfallwertstoffzentrums entstand das Abfallwirtschaftszentrum Borgstedtfelde. 31.000 Tonnen Papier und Pappe werden jährlich in Borgstedtfelde sortiert und vermarktet. Ferner werden 22.000 Tonnen Haus- und Gewerbeabfälle sowie Sperrmüll und Verpackungsabfälle zum Transport in die MBA Neumünster umgeschlagen. Ferner gibt es dort noch einen großzügigen Recyclinghof.

Vom Biogut zu Biostrom, Kompost und Erden

In der Bioabfallbehandlungsanlage in Borgstedt werden knapp 80.000 Tonnen pro Jahr organische Abfälle hochwertig verarbeitet. In einem ersten Schritt entsteht aus dem angelieferten Biogut zunächst Biogas, das in Strom und Wärme umgesetzt wird. So werden knapp 10 Millionen Kilowattstunden Strom aus den verarbeiteten Bioabfällen gewonnen, genug für 2.500 Vier-Personen-Haushalte. Echter Biotonnenstrom, den die AWR seit diesem Jahr auch selbst vermarktet.

In weiteren Schritten wird aus den Gärresten zertifizierter Qualitätskompost produziert, der von der AWR an Landwirte und Hobbygärtner abgegeben wird. Abfallbiomasse aus privaten Haushalten macht diesen perfekten Kreislauf möglich und leistet durch die Einsparungen an Kohlendioxyd einen Beitrag zum Klimaschutz.

Mit Elektromobilität in Richtung Zukunft

Ganz im Zeichen des neuen Slogans „Wir bewegen.“ hat sich die AWR für die Zukunft der Mobilität gewappnet: Bereits seit März stehen zwei Ladesäulen auf dem Betriebsgelände der Abfallwirtschaft Rendsburg in Borgstedt für Elektromobil-Nutzer zur Verfügung. Fahrzeuge, die auf eine Batterieleistung 22 Kilowattstunden ausgelegt sind, können zukünftig in anderthalb Stunden komplett aufgeladen werden. Andere Elektromobile können an den E-Tankstellen auch geladen werden, der Vorgang dauert dann unter Umständen nur etwas länger. Versorgt werden die neuen Ladesäulen dabei mit 100% Ökostrom aus der hauseigenen Biogasanlage.

Soziales Engagement für eine nachhaltige Entwicklung  

Weil moderne Abfallwirtschaft nur im steten Austausch mit der Bevölkerung funktioniert, engagiert sich die AWR auch über ihre Kernaufgaben hinaus in der Region. Soziales Engagement und Umweltbildung dabei ganz oben auf der Agenda.

Das Herzstück der Umweltbildung bildet „AW-ERLE“, das AWR-Wissen- und Erlebniszentrum zur Kreislaufwirtschaft – ein außerschulischen Lernort auf dem eigenen Betriebsgelände. Hier erhalten Schulklassen und interessierten Erwachsenengruppen Erlebnis-Führungen zum Thema Umwelt, Stoffkreisläufe und Energiewirtschaft.

AWR-Flohmärkte für das Gemeinwohl in der Region

Die AWR führt gemeinsam mit gemeinnützigen Organisationen regelmäßig auf der ehemaligen Deponie Alt Duvenstedt Flohmärkte durch und spendet Materialien von den Recyclinghöfen an die sich beteiligende Organisation. Die Erlöse aus dem Verkauf fließen in voller Höhe den gemeinnützigen Organisationen zu.

Mitte Juni dieses Jahres bietet AWR auch eine kostenlose Reparaturunterstützung an. „Flohmarkt-Werkstatt“ heißt das neueste Projekt, das die konsequente Weiterentwicklung der Flohmarktidee im Sinne der fünfstufigen Abfallhierarchie darstellt. (ke)