Jetzt naht die Stunde der Wintervögel

Vom 5. bis zum 7. Januar gibt es wieder die bundesweite Nabu-Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“, bei der jeder, der mitmachen möchte, Wintervögel im heimischen Garten zählen und somit den Nabu bei der alljährlichen Zählung unterstützen kann.

Neumünster. Bei der letzten Wintervogelzählung Anfang 2017 hatten sich deutlich weniger Vögel gezeigt als gewohnt, in Schleswig-Holstein wurden zum Beispiel über 20 Prozent weniger Kohl- und Blaumeisen gezählt. Auch der Grünfink nahm deutlich bei den Sichtungen ab. Diesen Winter scheinen im Norden wieder mehr gefiederte Gäste unterwegs zu sein, vor allem Birkenzeisige. Ob dieser Eindruck stimmt, wird zu Beginn des neuen Jahres überprüft: Vom 5. bis 7. Januar gibt es wieder die bundesweite Nabu-Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“.

„Die einzigen Voraussetzungen fürs Mitzählen sind Interesse und Freude an der Vogelwelt. Ausgestattet mit Stift und Papier zählt man eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park und meldet die Ergebnisse dem Nabu – fertig“, erklärt Ingo Ludwichowski, Ornithologe des Nabu Schleswig-Holstein. Damit nicht zum Beispiel dieselbe Amsel mehrfach gezählt wird, wird die höchste Anzahl von Amseln, die sich im Lauf der Stunde gleichzeitig zeigt, gemeldet. Die Ergebnisse können online unter www.stundederwintervoegel.de erfasst werden. Alternativ können sie am 6. und 7. Januar zwischen 10 und 18 Uhr telefonisch unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1157-115 durchgegeben werden. Unter allen freiwilligen Zählern werden hochwertige Preise verlost – vom Fernglas über Bücher bis hin zu Vogelnistkästen.

Buntspecht

 

Im Mittelpunkt der Aktion stehen Vogelarten des Siedlungsraums wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Es ist aber auch wieder mit seltenen Exemplaren wie Seidenschwanz, Bergfink und Erlenzeisig zu rechnen. „Im letzten Winter sind deutlich weniger skandinavische und russische Wintergäste als sonst zu uns gekommen“, berichtet Ludwichowski, doch immerhin mehr als im Süden Deutschlands, wo Rückgänge von fast 40 % registriert wurden. Vögel, die sonst zu uns fliegen, haben offenbar aufgrund der wärmeren Witterung und eines großen Nahrungsangebots in Polen, Russland und im Baltikum überwintert. „Dieses Mal schauen wir natürlich auch darauf, wie es um den Star als ‚Vogel des Jahres‘ bestellt ist“, ergänzt Ludwichowski. Der NABU-Fachmann ist gespannt, ob sich der Trend fortsetzt und wieder viele Exemplare im Land geblieben sind, statt Richtung England und den Niederlanden zu ziehen. Bei der Zählung Anfang 2017 waren im Vergleich zum Vorjahr bundesweit deutlich mehr Stare gesichtet worden. Angesichts milderer und kürzerer Winter finden die schillernden Singvögel hierzulande immer häufiger genügend Nahrung. In Schleswig-Holstein allerdings ist der Trend seit Jahren negativ.

Da die Ergebnisse umso zuverlässiger sind, je mehr Menschen mitmachen, hofft der Nabu-Vogelexperte, dass sich die Beteiligung weiter positiv entwickelt. 2017 haben in Schleswig-Holstein erstmals fast 5.000 Personen gezählt, mehr als je zuvor. Die Ergebnisse der bundesweit größten wissenschaftlichen Mitmachaktion liefern wertvolle Rückschlüsse auf die Entwicklung der heimischen Vogelbestände. „Das ist wichtig, wenn wir zum Beispiel die Auswirkungen von Krankheitserregern auf die Vogelwelt einschätzen wollen. Aber auch im Zusammenhang mit dem dramatischen Insektensterben und dessen Folgen für die Vögel“, erläutert Ludwichowski.

Nach der „Stunde der Wintervögel“ startet die „Schulstunde der Wintervögel“. Von 8. bis 12. Januar bietet die Naju unter www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die Nabu-Auswertung ein.

Informationen zur Aktion (Zählhilfe, Porträts der häufigsten Vogelarten, etc.): www.stundederwintervoegel.de