Jede Woche etwas Neues im Quartier – Messe für angewandte Kunst gastiert bis 25. November im neuen Kieler Schlossquartier

Kunsthandwerk im Schlossquartier: Eva Koj (v. li.), Sandra Prill, Ying-Chih Chen, Ute Braham und Astrid Schessner vom Forum für angewandte Kunst präsentieren die Kunsthandwerkermesse in neuer Form. Foto Karpf

Kiel. Viermal angewandte Kunst in vier Wochen: Im neuen Schlossquartier zeigen und verkaufen Kunsthandwerker bis Ende November Keramik, Textilien, Schmuck, Möbel und Objekte. Die Messe für angewandte Kunst, die in früheren Jahren im Warleberger Hof zu sehen war, präsentiert sich damit auf neue Weise. Jeden Mittwoch um 17 Uhr ist eine neue Vernissage.

„In der früheren Form war die Messe für die Teilnehmer nicht mehr wirtschaftlich“, erklärt Ute Braham, Vorsitzende des Forums für angewandte Kunst. „Zwei Wochen im Warleberger Hof Präsenz zu zeigen, hieß auch, zwei Wochen nicht im Atelier arbeiten zu können.“ Im vergangenen Jahr habe die Messe daher wegen zu geringer Teilnehmerzahl abgesagt werden müssen. Umso mehr freut sich Braham, dass in Kooperation mit Kiel-Marketing ein neues Konzept entwickelt werden konnte. Die Firma Kersig stellte dafür einen noch nicht vermieteten Ladenraum im Neubau an der Schlossstraße zur Verfügung. Jeweils von Mittwoch bis Sonntag werden nun jede Woche drei bis fünf Kunsthandwerker ihre neuen Arbeiten zeigen. In der ersten Woche (bis zum morgigen Sonntag, 4. November) hat Keramikerin Eva Koj die Textilkünstlerin Ulrike Isensee, Schmuckdesignerin Silke Lazarevicz und die Installationskünstlerin Lena Kaapke eingeladen. Zudem verkauft Jan Czerny sein Craft-Bier aus der Küstenbrauerei. „Nachhaltige, regionale Lebensmittel gehören für mich auch zum Kunsthandwerk“, begründet Koj diese Entscheidung.

Am 7. November übernimmt Möbeldesignerin Astrid Schessner die Regie, die Daniela Abendroth mit Porzellan, Angela Viain mit Textilien, Uli Strempel mit Schmuck sowie Giotto Bente mit Skulpturen dazu gebeten hat. „Ich will eine harmonische Vielfalt zeigen“, sagt Schessner zu ihrer Auswahl. Mit einer Modenschau für tragbare Kunst eröffnet die Ausstellung von Sandra Prill am 14. November. „Ich habe mit Susanne Kallenbach und Isabel Lange nur zwei Künstlerinnen eingeladen, weil wir alle drei sehr raumgreifend arbeiten“, sagt Prill.

Die letzte Woche ist dem künstlerischen Nachwuchs gewidmet: Muthesius-Absolventin Ying-Chih Chen holt die Absolventengalerie „cube+“ in die Schlossstraße und präsentiert unter anderem Porzellan von „Cookie Factory“. Am Sonntag, 25. November, endet die Ausstellungsreihe mit einem klassischen Kammerkonzert – Beginn ist um 17 Uhr. Ute Braham hofft, dass die Ausstellung viele Kieler neugierig macht. „Alle Objekte stehen zum Verkauf, darunter auch viele Kleinigkeiten für wenig Geld“, sagt sie. „Viermal angewandte Kunst“ ist zunächst als einmalige Aktion geplant – die Resonanz wird zeigen, ob das neue Konzept aufgeht.“ emk

Bis Sonntag, 25. November, im Neuen Schlossquartier, Schlossstraße 4, Kiel. Geöffnet Mi-So von 12- bis 8 Uhr. Eintritt frei. Infos unter www.fak-sh.de