Jagdinstinkt – die Kreisjägerschaft Plön

Norman Stoll, hier mit seinen Kindern, ist seit 18 Jahren Jäger und kennt die Vorurteile gegenüber seinem Beruf. FOTO: EBB

Plön. Jagd und Jäger? Nein danke! Wildbraten zu den Feiertagen? Bitte gerne!
Das Image des Jägers ist ambivalent und mit Vorurteilen behaftet. Wie kann die Diskrepanz zwischen Tradition, Vorurteilen und dem Beruf des modernen Jägers zusammen gebracht werden? Ein Jäger gibt Einblicke.

Seit 18 Jahren ist Norman Stoll begeisterter Jäger und der Ansprechpartner für alle Fragen zur Kreisjägerschaft Plön und deren Öffentlichkeitsarbeit. An einem grauen Nachmittag geht es warm angezogen mit zweien seiner drei Kinder und dem Terrier ins Jagdrevier in der Nähe von Selent. Eine Gruppe Rehe schaut herüber, Damwild huscht in sicherer Entfernung vorbei.

Stoll beschreibt, dass das Image des Jägers in Sachen Artenschutz, Revier- und Naturpflege in Umfragen bei circa 93 Prozent sehr positiv ausfällt.

Trotzdem sieht er sich häufig mit Vorurteilen konfrontiert, denn „Jäger schießen nur zum Spaß“, oder „Jäger töten wehrlose Tiere“. Die Skepsis gegenüber der Jagd und dem Jäger sei allgemein groß, teilt er mit. „Die Jagd ist das älteste Handwerk, und damit die natürlichste, ursprünglichste aller Arten der Nahrungsbeschaffung, sie ist dadurch eine nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen, und trotzdem müssen wir uns manchmal rechtfertigen“, sagt Norman Stoll. Die Ausbildung zur Jagd-Befähigung ab 18 Jahren wird in Jägerkreisen auch als ‚grünes Abitur‘ bezeichnet, denn es ist recht aufwändig mit mindestens 120 Stunden Theorie, hinzu kommt die Praxis in Tier- und Pflanzenkunde, Naturschutz und Waffenkunde. In dem Zusammenhang betont er, dass es  frustrierend sei, wenn in politischen Entscheidungen zum Beispiel zu Schutz-und Jagdzeiten gerade die Fachkompetenz der Jäger angezweifelt wird. Eine moderne Öffentlichkeitsarbeit ist das A und O, um dem Thema ‚Jagd und Jäger‘gerecht zu werden, erklärt Norman Stoll und hofft darüber auch auf mehr allgemeine Akzeptanz. Verschiedene Arten der Zusammenarbeit gibt es bereits, so zum Beispiel als nächste Möglichkeit am 12. Mai beim Kreisjägertag ‚Das grüne Klassenzimmer‘. Hierbei können sich Lehrkräfte an die KJS wenden, und erfahrene Jäger bieten Anschauungsmaterial und Informationen zu Naturschutz, Lebensformen bestimmter Wildtiere und ihre Bedeutungen im Biotop.  Gemeinsam mit der Tourismus-Branche wurde 2015 die Aktion ‚Hochsitz statt Tiefschlaf‘ entwickelt. Interessierte haben die Möglichkeit, einen Jäger auf der Pirsch zu begleiten, erzählt Norman Stoll. Er bedauert, dass so viele Menschen, darunter auch besonders Kinder, den direkten Kontakt zur Natur verloren haben. Eine Möglichkeit, dem wieder näher zu kommen, besteht zum Beispiel in einem Hegering, der kleinsten Organisationseinheit in einem Jagdverband. Dort können Kinder und Jugendliche über einen Ansprechpartner vorrangig den Naturschutz und die Hege und Pflege eines Reviers kennen lernen. 15 Hegeringe existieren in der Kreisjägerschaft Plön.

Besonders die Verbundenheit mit der Natur, die zum Schutze von Lebensraum und Tier ursächlich erforderlich ist, bedeutet für Norman Stoll, einen artenreichen Wildbestand zu erhalten und zu pflegen und so natürlich wie möglich für ein hohes Maß an Gleichgewicht zu sorgen. www.kjs-ploen.de (ebb)