Island als Sehnsuchtsort: Annegret Zucker stellt aus

Annegret Zucker stellt im Brunswiker Pavillon aus. Am 24. September gibt es eine Künstlerführung durch die Ausstellung. CREDIT: IMME FELDMANN

Kiel. Vielen Menschen gilt Island heute als ein Sehnsuchtsort. Die eindrucksvolle Landschaft und die unberührte, wilde Natur strahlen einen eigenwilligen Zauber aus.

Die Kieler Künstlerin Annegret Zucker ist in den vergangenen Jahren mehrmals dorthin gereist und diese Reisen haben ihre künstlerische Vorgehensweise in eine neue Richtung gelenkt. Hatte sie, die in den 60er Jahren bei Gottfried Brockmann und Winfried Zimmermann an der Kieler Muthesiusschule studiert hatte, lange Zeit die konkrete Kunst favorisiert, so ist sie nun zum Malen von Landschaften gelangt.

Die Themen Raum, Fläche und Linie haben Annegret Zucker jedoch auch schon vorher interessiert. Einige ihrer frühen Arbeiten sind neben den zahlreichen Island-Bildern in der derzeitigen Ausstellung „von bis jetzt“ im Brunswiker Pavillon zu sehen, so die vierteilige Serie Geflecht oder das Objekt Struktur IV.

Ihre Sensibilität für das Haptische, Räumliche hat Annegret Zucker jedoch in Island auf neue, herausfordernde Weise bestätigt gefunden, und nun ist ihre Farbpalette ganz bei Grau-, Grün- und Blautönen, gemischt mit Schwarz, Weiß und gelegentlichem Braun angelangt. Dunkle Lavafelder und Basaltstelen, schroffe Landschaftsbrüche, bizarre Felsformationen, dazu die Gletscher, das Wasser und der Himmel – der Betrachter wird mitgenommen auf die Reise in nördlichste, von Zivilisation ganz unberührte Gefilde.

Dabei sind die Landschaftsbilder nicht vor Ort entstanden, sondern aus der Erinnerung auf Holztafeln gemalt. Das quadratische Format, das sie früher schon gern wählte, hat Annegret Zucker beibehalten. Die Ausstellung wird der Künstlerin ausgerichtet, da sie den Kunstpreis der 63. Landesschau des BBK (Bund Bildender Künstler) Schleswig-Holstein erhielt. Ein Preisgeld von 3.000 Euro sowie eine mit Katalog versehene Ausstellung im Brunswiker Pavillon resultieren aus dieser Auszeichnung.

Viele Kieler kennen Annegret Zucker auch aus der Zeit, als sie – von 1986 bis 2011 – die von Jens Christian Jensen in Leben gerufene Malschule an der Kieler Kunsthalle leitete. Die Ausstellung ist noch bis zum 1. Oktober zu sehen, der Eintritt ist frei. ke

Brunswiker Pavillon, Brunswiker Straße 13, Kiel, Künstlerführung am 24. September ab 15 Uhr.