„Integration durch Integrierte“:

Das Projekt „Integration durch Integrierte“ wurde am 10. April im Uwe Seeler Fußball Park in Bad Malente in Anwesenheit von Justizministerin Anke Spoorendonk (li.) vorgestellt. FOTO: HOHMANN/DRK

Das DRK sucht neue Ehrenamtliche

Kiel. Das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Kiel e.V. hat das Projekt „Integration durch Integrierte“ initiiert. Es soll das schleswig-holsteinische Justizsystem in dem Bereich der ambulanten Sanktionsalternativen für straffällig gewordene jugendliche Geflüchtete unterstützen. Hierfür werden noch Ehrenamtliche gesucht.

In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein gekommen. Während zunächst Fragen der Unterbringung und Versorgung im Vordergrund standen, rückt jetzt die Integration in den Fokus. Um eine nachhaltige Integration für straffällig gewordene jugendliche Geflüchtete zu erreichen, hat das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Kiel e.V. (DRK) das Projekt „Integration durch Integrierte“ entwickelt.

Das Projekt zielt auf jugendliche und heranwachsende Flüchtlinge zwischen 14 und 21 Jahren, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Bei den Verstößen handelt es sich um jugendtypische, weniger schwere Fälle von Kriminalität. „Unser Ansatz ist es, dass integrierte Flüchtlinge die Neuankömmlinge auf unsere Gesetze und Regeln hinweisen. Vor einem ähnlichen kulturellen Hintergrund können sie diese Aufgabe gut leisten“, sagt Projektkoordinatorin Alessa Ohrt vom DRK. Man verspreche sich hiervon, dass die Rechtsordnung verstanden, akzeptiert und in Zukunft eingehalten werde.

Die praktische Umsetzung beinhaltet drei Aufgaben: eine 1:1-Betreuung des jungen Flüchtlings durch einen ehrenamtlichen Multiplikator, eine Begleitung junger Flüchtlinge zu ambulanten Sanktionsmaßnahmen sowie eine Beratung anderer bestehender Maßnahmeträger.

Hierfür sucht das DRK noch Multiplikatoren auf ehrenamtlicher Basis, die bereit sind, junge Migranten zu begleiten und unterstützend im staatlichen Sanktions- und Resozialisierungssystem mitzuwirken. „Wir brauchen sehr gut in die Gesellschaft integrierte Menschen mit Migrationshintergrund, die gut Deutsch sprechen und über interkulturelle Kompetenzen verfügen. Und zwar in ganz Schleswig-Holstein“, sagt Ohrt. Diese Unterstützer werden vom DRK professionell geschult. Die Schulungen erfolgen in drei Modulen á 16 Unterrichtseinheiten.

Das Projekt ist gemeinsam mit zwei weiteren Resozialisierungsprojekten am 10. April dieses Jahres im Uwe Seeler Fußball Park in Bad Malente in Anwesenheit von Justizministerin Anke Spoorendonk vorgestellt worden. Die drei Maßnahmen werden von der Landesregierung gefördert, Schleswig-Holstein betritt mit seiner Initiative kriminalpolitisch-präventives Neuland. (HO)

Projekt „Integration durch Integrierte“

Start Sonnabend, 6. Mai, Kiel-Friedrichsort

Ansprechpartnerin:

Alessa Ohrt

Deutsches Rotes Kreuz

Telefon 0151-27189318

E-Mail: ohrt@drk-kiel.de