In „Klein Kielstein“ ziehen keine Studenten ein – Ortsbeirat lehnt den CDU-Antrag ab, studentisches Bauen im Grünen zu realisieren

Kleingärten versus Studentenwohnheim: Der Antrag der CDU-Fraktion des Ortsbeirats, auf dem Gelände der Kleingarten-Anlage „Klein Kielstein“ nördlich des RBZ Wirtschaft studentisches Bauen zu realisieren fand im Stadtteilgremium keine Mehrheit. Foto: Katja Schweckendiek

Kiel. Eines ist für Axel Zabe, Vorsitzender des Kieler Kleingärtner-Vereins von 1897 ganz klar: „Wir geben keine Gärten mehr ab. Wir sind nicht der Selbstbedienungsladen der Stadt Kiel!“ Was den engagierten Vorsitzenden so in Aufregung versetzt hat, war ein Antrag der CDU-Fraktion des Ortsbeirats Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook, in dem die Mitglieder die Verwaltung und die Ratsversammlung auffordern, Maßnahmen zu ergreifen, um die Kleingarten-Anlage „Klein Kielstein“ als Baufläche für studentisches Wohnen auszuweisen.

Elf Parzellen umfasst die 4.492 Quadratmeter große Kleingarten-Anlage „Klein Kielstein“, die sich zwischen Westring, dem Parkhaus des RBZ Wirtschaft, den Häusern entlang der Niebuhrstraße und dem Bolzplatz zwischen Westring und Niebuhrstraße erstreckt. Hier können sich Alexander Blazek und seine Parteikollegen des Ortsbeirats sehr gut den Bau eines Studentenwohnheims vorstellen. „In Kiel gibt es – im Vergleich zum Bundesdurchschnitt – nur halb so viele Studentenwohnheimplätze wie im übrigen Bundesgebiet. Bauland für Studentenwohnheime – gerade in der Nähe der Uni – ist hingegen rar beziehungsweise nicht vorhanden“, heißt es in der Begründung des Antrags.

Während für die CDU-Mitglieder vor allem das Argument entscheidend ist, dass die Stadt Kiel als Eigentümerin der Fläche einem potenziellen Bauherren vorschreiben kann, „wie und was gebaut wird“, sprachen sich die Ortsbeirats-Mitglieder der anderen Parteien deutlich gegen dem Bau eines Studentenwohnheims an dieser Stelle aus: „Es ist wichtig, dass wir im Ortsbeiratsgebiet Grünflächen haben und diese gehört zum Ensemble des Grünen Auges rund um den Wasserturm, deshalb muss sie unbedingt erhalten bleiben“, argumentierte Gesa Grube-Bente (SPD) gegen die Bebauung der Fläche. Und Bettina Bogya (SPD) ergänzte: „Diese Anlage ist eine Oase, die wir nicht opfern sollten.“

Unterstützung bekam Axel Zabe auch von Ratsherrn Benjamin Raschke (SPD), der deutlich machte, dass es durchaus ausreichend andere Gebiete für studentisches Bauen rund um die Christian-Albrechts-Universität gebe, wie beispielsweise auf dem Gelände der ehemaligen Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Nordmarksportfeld, entlang der Olshausenstraße auf dem jetzigen Grundstück des Kieler Renn- und Reitervereins von 1902 oder im Bremerskamp. Und auch Stadtbaurätin Doris Grondke, die an der Ortsbeirats-Sitzung teilnahm, erklärte konsequent: „Wir sind mit Grünflächen unterversorgt. Klein Kielstein, der anschließende Bolzplatz und das Grüne Auge sind eine große grüne Entwicklungszone, die erhalten und ausgebaut werden muss.“

Bei der abschließenden Abstimmung sprachen sich vier Ortsbeirats-Mitglieder für den Antrag der CDU-Fraktion aus und vier dagegen. Somit fand sich keine Mehrheit und der Antrag wurde nicht an die Verwaltung weiter gegeben.kae