In der Muhliusstraße 38 ist alles „Paletti“

Regionalleiterin Ulrike Borns (v.l.), Mitarbeiterin Lea Dardaillon, Projektleiterin Anne Brockmann und Sozialraumlotse Frank Rimkus, hier am Tresen des Café Paletti, ziehen eine positive Zwischenbilanz. FOTO: ELIASBERG

Kiel. Eine kreative Einrichtung mit Tischen und Stühlen aus Holzpaletten, Frühstück, Mittagstisch und eine freundliche Bedienung – das klingt erst einmal nach einem ganz normalen Café. Doch etwas ist anders im neuen „Café Paletti“.

„Von außen ist das nicht für jedermann sichtbar“, sagt Regionalleiterin Ulrike Borns, das sei im Sinne der Inklusion so gewollt. Im Café Paletti arbeiten Menschen mit psychischen Behinderungen. „Sie sind hier, um sich auszuprobieren, erhalten eine Tagesstruktur, knüpfen neue Kontakte und gehen einer sinnvollen Beschäftigung nach.“

Betrieben wird das Café Paletti von der Gesellschaft für soziale Hilfen Norddeutschland, Träger ist die Kinder-, Jugend- und soziale Hilfen Stiftung (KJSH).

An den Tischen liegen Flyer aus, die über das Projekt informieren. „Wenn mal etwas anders sein sollte, wissen die Gäste, warum“, so Borns. Das Café werde von den Gästen gut angenommen, das Publikum sei bunt gemischt und sehr freundlich.

Positive Zwischenbilanz

Projektleiterin Anne Brockmann zieht eine positive Zwischenbilanz des bereits am 1. März gestarteten Projektes. Sie ist für die pädagogische Betreuung, Netzwerkarbeit, den Kontakt zu Ämtern und einigem mehr zuständig um Beispiele zu nennen. Man stecke aber noch in den Kinderschuhen. „Wir haben für zehn Beschäftigte Platz – Interessierte können sich gern melden.“

In Ellerbek gebe es mit dem Altelier Café bereits seit 2013 ein ähnliches Projekt, man habe aber auch im Kieler Zentrum ein solches Projekt etablieren wollen.

Sozialraumprojekt ist gleich nebenan

Gleich nebenan ist das Sozialraumprojekt angegliedert – zwei eigenständige Projekte, die Hand in Hand laufen. Sozialraumlotse Frank Rimkus ist Ansprechpartner für alle, die Ideen haben und Veranstaltungsräume suchen.

„Wir bieten hier ein interkulturelles Frauenfrühstück, einen Deutschkurs, ein von der GSHN betreutes Zeitungsprojekt, offene Informationsabende zu Themen wie Depressionen und Burnout und einiges mehr.“ Kurzum: „Alles kann hier, je nach Kapazität, stattfinden.“ Frank Rimkus hilft auch bei Behörden- und Ämterangelegenheiten oder Fragen zur persönlichen Lebenssituation weiter.

Zudem bietet das Sozialraumprojekt Sozialberatungen an – für jeden, ob mit oder ohne psychische Beeinträchtigungen.

Das Vernetzen beginnt gerade

Aber auch das Sozialraumprojekt ist noch in der Entwicklung: „Das Vernetzen beginnt gerade erst“, sagt Rimkus. Daher sei man intensiv um Gespräch und Austausch bemüht, denn „wir wollen nicht am Bedarf vorbeiplanen.“

Freitag, 14. Juli, findet von 12 bis 14 Uhr die Eröffnungsfeier statt. Für den musikalischen Rahmen sorgt Gitarrist Enzo Galli mit Deep Blue.

Mitarbeiter gesucht

Derzeit sind drei von zehn geplanten Stellen besetzt. Menschen mit einer psychischen Behinderung oder Erkrankung, die Interesse haben, sich im Café Paletti auszuprobieren, nehmen gern Kontakt auf: Projektleiterin Anne Brockmann, Tel. 0431/97994499, a.brockmann@gshn-kiel.de.

Sozialraumlotse Frank Rimkus ist unter Tel. 0431/90891392 und f.rimkus@gshn-kiel.de zu erreichen. (eli)

Café Paletti, Muhliusstr. 38, Kiel, Tel. 0431/97994499, Infos unter www.gshn-kiel.de