In den Rathäusern wird’s zu eng – Stadt Kiel kauft ehemaliges Bundesbank-Gebäude an der Hopfenstraße

Bis 2015 war das Gebäude an der Ecke Hopfenstraße und Ringstraße in Kiel eine Filiale der Deutschen Bank. Foto: kst

Kiel. Im Rathaus und im Neuen Rathaus gehen der Kieler Stadtverwaltung die Büros aus, an verschiedenen Stellen in der Stadt wurden deshalb in den vergangenen Jahren Räume angemietet. Jetzt gibt es die Lösung für viele städtische Raumnöte: Die Landeshauptstadt Kiel kauft das ehemalige Bundesbank-Gebäude an der Ecke Hopfenstraße/Ringstraße, in dem bis Herbst 2015 eine Filiale der Bundesbank untergebracht war. Die Ratsversammlung hatte im Mai 2018 den Beschluss zum Ankauf gefasst. Der Vertrag wird in den kommenden Wochen unterschrieben.

In direkter Nachbarschaft zum Sophienhof und dessen Parkhaus sollen im Jahr 2019 städtische Ämter ihre neuen Räume beziehen. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass dort 350 bis 370 Arbeitsplätze untergebracht werden können. Angedacht ist unter anderem der Einzug des Stadtarchivs. Außerdem könnten im „dritten Rathaus“ an der Hopfenstraße Ämter einziehen, die bislang auf verschiedene Verwaltungsgebäude verteilt sind. Die Belegung wird in einer Projektgruppe der Verwaltung geregelt.

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer freut sich über den Immobilienkauf: „Mit zunehmenden Aufgaben wächst auch die Stadtverwaltung. Mit einem eigenen großen Gebäude in dieser zentralen Lage können wir hohe Mietzahlungen vermeiden. Das hat auch schon mit dem Neuen Rathaus gut geklappt, aber dort gibt es längst keine freien Büroräume mehr.“

Das 1992 fertig gestellte fünfgeschossige Dienstgebäude an der Ecke Hopfenstraße/Ringstraße umfasst rund 6.125 Quadratmeter Bürofläche und etwa 3.600 Quadratmeter Hallen-, Lager- und Verkehrsflächen. Im Untergeschoss befindet sich eine Tiefgarage, auch im Innenhof können Autos parken. Zur Liegenschaft gehört außerdem ein Wohngebäude mit zwei Wohnungen und drei Appartements an der Ringstraße mit insgesamt knapp 400 Quadratmetern Wohnfläche.

Das Dienstgebäude ist immer noch auf die speziellen Belange der Bundesbank zugeschnitten. Beispielsweise hat es in den unteren Geschossen Fenster mit Panzerglas. Es gibt Schalterräume, Tresore, ein Notstromaggregat, ein eigenes Blockheizkraftwerk und sogar eine unterirdische Schießanlage. Daher sind für die Stadtverwaltung einige Anpassungen erforderlich. Beispielsweise muss das Gebäude vor den ersten Umzügen an das städtische IT-Netz angeschlossen werden.

Die Landeshauptstadt Kiel hatte auch schon das vorherige Dienstgebäude der Bundesbank gekauft. In die früheren Räume der damaligen Landeszentralbank an der Fleethörn zogen die Stadtkasse und das Standesamt. Das repräsentative Büro des Bankdirektors wurde zum Trauzimmer umgebaut.